Virtueller Assistent

Telekom und Orange schicken Djingo ins Rennen gegen Amazon und Google

So sieht der virtuelle Assistent Djingo aus
© Orange
So sieht der virtuelle Assistent Djingo aus
Ein neuer virtueller Assistent will Amazon, Google und Co das Wasser abgraben: Djingo heißt er und kommt von Orange, Frankreichs größtem Telekommunikationsanbieter. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom soll er offenbar auch auf dem deutschen Markt in den Kampf gegen Alexa und Konsorten ziehen.

Bei Djingo handelt es sich um einen virtuellen Assistenten, der gestern in Paris zum ersten Mal von Orange-CEO Stephane Richard der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Etwa 1000 Entscheider, Industriepartner und Journalisten waren der Einladung des Unternehmens gefolgt. Djingo kann auf Sprach- und Textbefehle reagieren und etwa Bestellungen aufgeben und Musik abspielen - ähnlich wie Google Home und Amazon Echo. Dahinter soll dem Hersteller zufolge eine künstliche Intelligenz stecken, die mit jeder Anfrage hinzulernt.



Entwickelt wurde Djingo von Orange und ist deshalb mit allen Inhalten und Services des Ökosystems der Franzosen verbunden -  etwa Orange TV oder Smart-Home-Applikationen. Das Donut-förmige Gerät, in das Djingo integriert ist, hat einen Lautsprecher und kann über Sprach- und Texteingaben gefüttert werden. Ähnlich wie bei Google Home reicht ein "OK, Djingo", um den virtuellen Assistenten zu aktivieren.
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Zwar demonstrierte Orange-CEO Richard gestern lediglich die französischsprachigen Skills von Djingo, die internationalen Pläne des Konzern sind aber ambitioniert. So hat Orange etwa einen Deal mit der Deutschen Telekom an Land gezogen, um den smarten Lautsprecher samt Software gemeinsam zu entwickeln und auf den hiesigen Markt zu bringen. Orange unterhält zudem Geschäfte in zahlreichen weiteren europäischen Staaten wie Polen, Spanien sowie Belgien und könnte Djingo auch für diese Märkte sprachlich anpassen.

Ob die Allianz der beiden Unternehmen erfolgreich sein kann, wird sich zeigen. Der Markt für virtuelle Assistenten ist aber schon jetzt relativ voll. Nahezu alle großen Tech-Giganten haben eigene Lösungen entwickelt und für zahlreiche europäische Sprachen optimiert. Etwa Apple mit Siri, Microsoft mit Cortana, Amazon mit Alexa und Google Home. Anders als Google verkauft Amazon seinen smarten Lautsprecher in UK und Deutschland.



Bereits seit Jahren sind die deutschen Tech- und Medien-Unternehmen auf der Suche nach einer Geschäftsidee, mit der die US-Konzerne attackiert werden können. Ende 2016 zeigte die Deutsche Telekom mit der Messenging-App Immmr exemplarisch, wie es nicht geht. Immmr heißt die Anwendung, mit der es die Telekom den Giganten Apple, Microsoft, Facebook mal so richtig zeigen wollte, aber letztlich damit keine großen Erfolge feierte. ron

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