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Facebook will schnell ladende Seiten im Newsfeed bevorzugen

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© Facebook
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Ungeduldige Facebook-User werden sich freuen, so mancher Publisher hat jedoch Grund zur Sorge: Facebook hat angekündigt, Links zu schnell ladenden Webseiten in seinem Algorithmus zu bevorzugen. "Langsam ladende Webseiten und Shops dürften in der nächsten Zeit organische Reichweite verlieren", warnt das soziale Netzwerk.
Wie die beiden Facebook-Entwickler Jiayi Wen und Shengbo Guo in einem aktuellen Blogbeitrag mitteilen, ist dieser Schritt eine Antwort auf das User-Feedback der vergangenen Monate. Viele Nutzer seien frustriert, wenn sie auf einen Link klicken, der Inhalt aber lange Zeit braucht, um zu laden. Laut Facebook brechen 40 Prozent der Facebook-Nutzer den Ladevorgang einer Seite ab, wenn dieser länger als drei Sekunden benötigt. Auf Smartphones ist die Ungeduld noch größer als bei Desktop.

Um Abhilfe zu schaffen, berücksichtigt der News-Feed-Algorithmus demnächst die erwartete Ladezeit einer Webseite, sowie die Schnelligkeit der Mobilfunkverbindung. Wenn entsprechende Signale darauf hindeuten, dass die Webseite schnell lädt, wird sie im News-Feed prominenter angezeigt. Eine ähnliche Mechanik verwendet der Facebook-Algorithmus bereits bei Video-Inhalten im News-Feed.

Das Update soll in den kommenden Monaten ausgerollt werden. Für die Mehrzahl der Publisher gibt Facebook Entwarnung: "Wir gehen davon aus, dass die meisten Seitenbetreiber keine signifikanten Veränderungen wahrnehmen werden", schreiben die Entwickler im Blogbeitrag. Aber: Besonders langsam ladende Seiten könnten einen erheblichen Traffic-Rückgang verzeichnen. Facebook selbst will den Publishern mit Tipps für schnell ladende Seiten unter die Arme greifen.

Ob der veränderte Algorithmus Auswirkungen auf Instant Articles haben wird, bleibt offen. Facebook äußert sich dazu in seinem Beitrag nicht. An dem Format kamen zuletzt Zweifel auf, nachdem sich mit dem "Guardian" ein renommierter Verlag von der Plattform verabschiedete. Ein Knackpunkt für viele Verlage sind die nach wie vor mäßigen Reichweiten und Erlöse, die sie damit erzielen. ron
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