Umfrage

Mehrheit der deutschen Gründer finanziert ihr Start-up aus der eigenen Tasche

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Gründer stecken häufig eigenes Geld in ihr junges Unternehmen
© Fotolia / Gina Sanders
Gründer stecken häufig eigenes Geld in ihr junges Unternehmen
Deutsche nutzen überwiegend das eigene Ersparte als Startkapital für ihr Unternehmen. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag von American Express hervor. Demnach finanzieren 72 Prozent der Entrepreneure ihr Start-up aus der eigenen Tasche.

Der Umfrage zufolge nehmen nur 26 Prozent der deutschen Unternehmer Risikokapital in Anspruch. Auch andere Kapitalquellen wie staatliche Fördermittel (22 Prozent) finden nicht häufig Verwendung. In den allermeisten Fällen (92 Prozent) kümmert sich der Geschäftsführer selbst um die Finanzplanung und trägt somit die volle finanzielle Verantwortung. Hilfe holt sich dabei nur etwa jeder dritte Befragte - etwa durch einen Steuerberater.



Für Björn Hoffmeyer, Country Manager von American Express in Deutschland, sind die Zahlen besorgniserregend: "Unterstützung von außen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor – nicht zuletzt um die Liquidität des Start-ups zu erhöhen und damit Wachstum zu fördern. Das sind ja schließlich auch die wichtigsten Ziele der jungen Unternehmer."

Das bestätigt auch die Forsa-Umfrage: Die Erhöhung des Umsatzes steht an Nummer 1 der bedeutendsten monetären Ziele der Start-up-Gründer. 95 Prozent der Befragten haben diese Antwort gegeben. Erst danach folgt mit 70 Prozent eine höhere Liquidität und die Gewinnoptimierung (64 Prozent). "Neben einer geringen Gesamtkapitalquote zählt mangelnde Liquidität zu den häufigsten Ursachen für Insolvenzen. Daher sollten Unternehmer diese besonders im Blick haben", sagt Hoffmeyer. Doch neben der Geld-Frage plagen sich die deutschen Entrepreneure auch mit anderen Herausforderungen. Zwar seien 88 Prozent der Finanzentscheider in den Start-ups mit der Unternehmensentwicklung des vergangenen Jahres zufrieden, doch für mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) bestehe nach wie vor eine große Schwierigkeit darin, neue Kunden zu gewinnen. Nahezu genauso wichtig ist es ihnen, das Unternehmen bekannter zu machen (68 Prozent). Die drittgrößte Herausforderung für mehr als die Hälfte der befragten Start-ups (51 Prozent) ist es, geeignetes Personal zu finden.


Für die Auswertung hat Forsa eigenen Angaben zufolge zwischen dem 30. November 2016 und dem 5. Januar 2017 252 deutsche Start-ups befragt. ron

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