Uconnect

Fiat Chrysler und Alphabet bringen Android Nougat ins selbstfahrende Auto

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Alphabet bringt die Entwicklung von Technik für selbstfahrende Autos in der eigenständigen Tochterfirma Waymo unter.
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Alphabet bringt die Entwicklung von Technik für selbstfahrende Autos in der eigenständigen Tochterfirma Waymo unter.
Alphabet, der Mutterkonzern hinter Google, und der Autobauer Fiat Chrysler haben zusammen an einem Bordcomputer für selbstfahrende Autos gearbeitet. Die Firmen setzen dabei auf das System "Uconnect" und bringen dafür das neue Betriebssystem Android Nougat in die Fahrzeuge. Das Ergebnis wollen die Unternehmen diese Woche auf der CES in Las Vegas präsentieren.
Erst vor wenigen Wochen hatte Alphabet seine Pläne in Sachen selbstfahrende Autos neu organisiert. Ende des vergangenen Jahres brachte Googles Konzernmutter die Entwicklung von Technik für autonome Fahrzeuge in der eigenständigen Tochterfirma Waymo unter ihr Konzerndach, das einstige Google-X-Projekt war damit auf Eis gelegt. Für das geplante selbstfahrende Auto arbeitete Waymo von Anfang an mit Fiat Chrysler zusammen. Aber bei dem Wagen selbst soll diese Kooperation nicht enden. Die beiden Unternehmen haben zusätzlich an einer In-Car-Technologie, also an einem Bordcomputer, getüftelt.



Dabei setzen die Kooperationspartner
 auf das System "Uconnect", das auf Android 7.0 Nougat basieren soll. Das bestätigte Fiat Chrysler nun in einer Mitteilung. Mit der Software sollen beispielsweise die Innentemperatur geregelt oder das Radio gesteuert werden können. "Uconnect" kann zusätzlich mit allen gängigen Android-basierten Applikationen verbunden werden, etwa dem Google Assistant, Google Maps oder mit anderen Android-Apps wie der von Spotify oder des öffentlich-rechtlichen Senders NPR One. Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas werden die Unternehmen diese Woche erstmals das Ergebnis in einem Chrysler 300 Sedan präsentieren. "Die Zusammenarbeit mit Google war eine gute Möglichkeit herauszufinden, wie sich Infotainment und Connectivity-Technologie im Auto entwickeln wird und wie sie die Wünsche der Konsumenten befriedigen kann ohne abzulenken", sagt Chris Barman, Head of Electrical Engineering bei FCA. Patrick Brady, Director of Android Engineering bei Google sagt dazu: "Google hat sich dazu verpflichtet, Android als schlüsselfertige Auto-Plattform zu etablieren, die tief und nahtlos in das Fahrzeug integriert ist. Die Kooperation mit FCA bringt den Industriestandard für Connected-Car-Systeme mit Android zusammen und schafft starke Infotainmentsysteme für das digitale Zeitalter."

Google schickte schon 2009 die ersten Autos mit Technik für autonomes Fahren auf die Straße. Seitdem seien über 3,2 Millionen Kilometer zurückgelegt worden. Zunächst waren es umgebaute Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus, dann testete Google auch Autos aus eigener Entwicklung. Mit der Gründung von Waymo hat der Konzern letztlich aber seine Pläne begraben, ein eigenes selbstfahrendes Auto bauen zu wollen. Stattdessen setze man verstärkt auf Kooperationen mit Autoherstellern bei traditionelleren Fahrzeugen, schrieb der Silicon-Valley-Branchendienst "The Information".


Bis Ende 2017 solle auf diese Weise ein selbstfahrendes Auto an den Start gehen, heißt es unter Berufung auf informierte Personen. Der Zeitplan hänge aber von der Entwicklung des Prototyps mit Fiat Chrysler ab. Alphabet soll zumindest bereits 100 Chrysler Pacifica geordert haben, die mit der entsprechenden Technologie umgebaut werden. ron
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