Uber-Rivale

Lyft will offenbar nach Berlin expandieren

Lyft gilt in den USA als größer Uber-Konkurrent.
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Lyft gilt in den USA als größer Uber-Konkurrent.
Der US-Fahrdienst Lyft plant offenbar den Deutschlandstart. Das von Google unterstützte Unternehmen könnte dabei allerdings auf ähnliche Probleme stoßen wie der Konkurrent Uber.
Für Lyft war 2017 ein richtig gutes Jahr. Der Fahrdienstleister konnte die Zahl der vermittelten Fahrten verdoppeln, baute seinen Marktanteil aus und erhielt eine Milliarde US-Dollar von Google-Mutter Alphabet. Das Unternehmen profitierte dabei auch von den großen Problemen seines Konkurrenten Uber, der von einem Skandal zum nächsten stolperte. Der Erfolg treibt Lyft nun offenbar auch nach Deutschland. Nach einer schriftlichen Anfrage des AfD-Abgeordneten Frank Scholtysek benannte der Berliner Senat fünf bekannte Ridesharing-Dienste in der Hauptstadt: Clevershuttle, Uber, Blablacar, Allygator und eben auch Lyft. Das US-Unternehmen stehe „vor Markteintritt.“ Das berichtet das Portal Gründerszene mit Verweis auf die Unterlagen. Bisher ist der Uber-Konkurrent außer in den USA nur in Kanada unterwegs.

Es ist nicht der erste Schritt von Lyft in Richtung Deutschland. Anfang Februar hatte das Startup angekündigt, dass es ein Büro in München eröffnen will. In der bayerischen Landeshauptstadt will es künftig Karten für selbstfahrende Autos entwickeln. Damit schließt es sich dem Kartendienst Here an, der unter anderem von Audi, BMW und Mercedes unterstützt wird. Allerdings hieß es bei der Ankündigung von Lyft, dass es keine Hinweise auf eine Expansion des Unternehmens in die Bundesrepublik gebe.



Wenn Lyft tatsächlich einen Deutschlandstart plant, müsste das Unternehmen geschickter vorgehen als der Rivale Uber. Der war mit seinem Ridesharingdienst Uberpop, bei dem Privatpersonen Fahrgäste durch die Gegend fahren, gescheitert – das Konzept verstieß gegen das Personenbeförderungsgesetz hierzulande. Das Basisangebot von Lyft ähnelt dieser Idee.


Allerdings bietet das Unternehmen mit Lyft-Line auch eine Art Mitfahrgelegenheit an: Wenn mehrere Leute in dieselbe Richtung fahren wollen, können sie sich verabreden und die Kosten teilen. Das ist in Deutschland legal, auch Anbieter wie Blablacar, Allygator und Clevershuttle basieren auf diesem Konzept. Uber-Pool funktioniert ebenfalls so.

Sollte sich Lyft also entscheiden, nach Deutschland zu kommen, kann das Startup mit dem Angebot zwar möglicherweise punkten – es muss sich aber auch gegen eine Menge Konkurrenz durchsetzen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf t3n.de
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