Tinder, Parship und Co.

Jeder zweite Onliner glaubt an die große Liebe via Internet

Die Partnersuche im Web ist längst kein Nischenphänomen mehr.
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Die Partnersuche im Web ist längst kein Nischenphänomen mehr.
Club, Supermarkt, Uni-Campus? Von wegen! Jeder zweite Internetnutzer ist davon überzeugt, dass man seine große Liebe online findet. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bitkom-Befragung kurz vor dem Valentinstag. Und viele Onliner greifen für die Partnersuche sogar tief in die Tasche.

Wie aus der Bitkom-Befragung hervorgeht, hat schon jeder Vierte Internetnutzer ab 14 Jahren mindestens einmal Online-Dating-Dienste genutzt. Überraschenderweise sind dabei die kostenpflichtigen Portale wie Parship, eDarling und ElitePartner am beliebtesten. Zwei von drei Nutzern hätten diese Dienste bereits in Anspruch genommen. Erst danach folgen die teilweise kostenlosen Angebote wie Tinder, Grindr oder Lovoo (28 Prozent). Auch beliebt sind Single-Reisebörsen wie travelark.de, urlaubspartner.net und singlereisen.net (16 Prozent) sowie Single-Foren in sozialen Netzwerken wie örtliche Facebook-Gruppen (15 Prozent) und kostenpflichtige Seitensprungportale wie Ashley Madison, Affaire.com oder meet2cheat (3 Prozent).



"Online-Dating ist kein Nischenphänomen, sondern für viele Singles ein ganz normaler Weg bei der Partnersuche", sagt Bitkom-Expertin Julia Miosga. Und die Mehrheit der Partnersuchenden meint es tatsächlich ernst: Neun von zehn (89 Prozent) sind im Web auf der Suche nach einem festen Partner, heißt es. Auf erotische Kontakte sind nach eigenen Angaben dagegen lediglich 7 Prozent aus. Die Suche nach einem Partner lassen sich die Deutschen anscheinend auch einiges kosten. Die Nutzer kostenpflichtiger Dienste sind laut Bitkom überwiegend bereit, für Partnerbörsen auch größere Beträge auszugeben. Vier von zehn (40 Prozent) geben an, 30 Euro und mehr im Monat zu zahlen oder gezahlt zu haben. Drei von zehn (30 Prozent) geben oder gaben 20 bis unter 30 Euro aus, weitere zwei von zehn (21 Prozent) weniger als 20 Euro. Die große Mehrheit geht übrigens zu später Stunde auf Flirtsuche im Internet. Acht von zehn (80 Prozent) nutzen Online-Dating-Dienste abends, 7 Prozent nachts. Morgens (2 Prozent) und mittags (4 Prozent) sind dagegen eher unübliche Zeiten, um online zu flirten.

Die Erfolgsbilanz fällt geteilt aus. Gut jeder Vierte (26 Prozent) hat über Online-Dating-Dienste seinen derzeitigen Partner kennenglernt. Bei etwa ebenso vielen (25 Prozent) ging eine zwischenzeitlich gefundene Partnerschaft wieder auseinander. 4 Prozent haben über Online-Dating einen erotischen Kontakt gehabt. 43 Prozent fanden dagegen weder einen festen Partner noch einen erotischen Kontakt. ron


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