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Nun launcht auch Twitter eine Stories-Funktion

Threads lassen sich mit Tap auf das Plus-Zeichn erstellen
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Threads lassen sich mit Tap auf das Plus-Zeichn erstellen
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Snapchat hat angefangen, Instagram, Facebook und Youtube zogen nach - und jetzt kommt Twitter: Der Kurznachrichtendienst startet nun auch eine eigene Stories-Funktion. Bei Twitter heißt das Feature "Threads" und ermöglicht es den Nutzern, mehrere Tweets chronologisch in einem aneinandergereihten Thread zu bündeln und jederzeit durch weitere Tweets zu ergänzen. Es gibt allerdings einen gravierenden Unterschied zur Konkurrenz.
Erstellt werden die Threads nach dem gleichen Prinzip wie bei Instagram: Mit einem Tap auf das Plus-Zeichen werden Tweets schon bei der Erstellung einem Thread zugeordnet. Ergänzt wird der Themenstrang über den Button "Add another Tweet". Beim ersten Öffnen des Threads werden alle Tweets zunächst in chronologischer Reihenfolge angzeigt. Wird einem bereits erstellten Thread ein neuer Tweet hinzugefügt, erscheint dieser zunächst am oberen Ende. Angezeigt werden die Twitter-Stories unter dem Reiter "Show this Thread".
Auf diese Weise können bis zu 25 Tweets einem Thread zugeordnet werden. Anders als bei Snapchat oder Instagram besteht dabei allerdings keine zeitliche Beschränkung. Die Ansicht der Twitter-Timeline soll durch die Einführung des neuen Features kaum verändert werden, versichert Twitter: "Maximal drei Tweets eines Threads werden in der Timeline angezeigt." Außerdem könne jeder Thread über einen Button ausgeklappt und komplett angesehen werden.

Die Funktion soll in den kommenden Wochen allen Nutzern von Twitter iOS, Android und der Desktop-Version zur Verfügung gestellt werden. Noch nicht unterstützt wird Twitter für Mac. Auch professionelle Nutzer müssen sich noch gedulden: TweetDeck, mit dem Firmen etwa verschiedene Accounts managen können, unterstützt Threads zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Mit der Threads-Funktion könnten sich die Nutzer "noch einfacher und strukturierter zu einem Thema äußern", wie Twitter mitteilt. Man habe die Funktion nach Feedback aus der Nutzer-Gemeinde, die zuletzt weltweit etwa 300 Millionen Mitglieder umfasste, entwickelt. Bereits jetzt ist es auf Twitter üblich, mehrere Tweets zu einem Thema aneinanderzureihen und so die Zeichenbeschränkung zu umgehen. "Threads wird dies in Zukunft deutlich erleichtern und das Nutzererlebnis auf Twitter verbessern", so Twitter.
Teil der Wahrheit dürfte allerdings auch sein, dass die Konkurrenz mit ihren Stories-Funktionen bereits gute Erfahrungen gemacht hat. So gehörte die Funktion zu einem der Erfolgsfaktoren von Snapchat. Das hatte schon Facebook dazu verleitet, Stories erst für Instagram und dann auch für die Hauptplattform einzuführen. Inzwischen werden Instagram-Stories nicht nur von den Nutzern, sondern auch von der Werbeindustrie gut angenommen.

Für Twitter, das sich mit einer ordentlichen wirtschaftlichen Performance nach wie vor schwer tut, könnte die Threads-Funktion daher eine Möglichkeit sein, Werbekunden ein neues Angebot zu machen. Derzeit ist es möglich, einen einzelnen Tweet aus einem Thread zu promoten, der dann anderen Nutzern als Sponsored Tweet in der Timeline angezeigt wird. Klickt man darauf, öffnet sich der komplette Thread. Denkbar ist darüber hinaus vieles - etwa, dass Unternehmen gesponsorte Tweets im Thread eines Prominenten schalten. Auch ganze Threads zu sponsern, wäre eine Möglichkeit. So oder so: Twitter hat ein Angebot gemacht - nun muss sich zeigen, wie die Nutzer es annehmen. ire

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