Testphase beendet

Domino's liefert erste Pizza per Drohne aus

Diese Drohne soll für Domino's Pizza zum Kunden bringen.
Domino's
Diese Drohne soll für Domino's Pizza zum Kunden bringen.
Der Marketingtraum wird zur kommerziellen Realität: Nachdem die Pizzakette Domino's zusammen mit dem US-Tech-Start-up Flirty monatelang die Lieferung per Drohne getestet hatte, ist nun erstmals eine reale Pizza über die Luft an reale Kunden versendet worden. Der deutsche Markt soll schon bald folgen.
Domino's ist damit eigenen Angaben zufolge das erste Unternehmen, das einen kommerziellen Lieferservice per Drohne auf den Markt gebracht hat. Dieses Ziel hatte sich die US-Pizzakette bereits vor einigen Monaten gesteckt und im August erfolgreich erste Testflüge in Neuseeland abgeschlossen. Das Land habe die "zukunftsweisendsten Luftfahrtgesetze der Welt", hieß es damals in einem Statement von Domino's.

Nun ist also die erste reale Pizza an einen realen Kunden per Drohne ausgeliefert worden. Genauer gesagt: eine "Peri-Peri Chicken-Pizza" und eine "Chicken and Cranberry Pizza". Die beiden Mahlzeiten gingen an ein Pärchen in der Ortschaft Whangaparaoa im Norden von Auckland. Der "New Zeeland Herald" berichtete als einer der ersten über die Aktion. Bei der Drohne namens "DRU" (Domino's Robotic Unit") handelt es sich um einen sogenannten Hexacopter, der hauptsächlich aus Kohlenstofffaser-verstärktem Kunststoff und Aluminium besteht. Das Fluggerät, dessen Komponenten teilweise aus einem 3D-Drucker stammen, fliegt mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h in einer Höhe von etwa 60 Metern und navigiert per GPS. Ist der Copter an seinem Zielort angekommen, landet er nicht, sondern lässt die Bestellung an einer Leine herunter, um keine Passanten zu verletzen. Sollte ein Kunde die Idee haben, an der Leine zu ziehen, kappt die Drohne die Leine und entkommt. Ein Diebstahl ist unmöglich.



Für das Projekt ist die Restaurantkette eine Partnerschaft mit dem Tech-Startup Flirtey aus den USA eingegangen. Flirtey hat bereits mit der Nasa, der "Universität von Nevada" und der "Virginia Tech-Universität" in der Entwicklung von Drohnen-Technologie zusammengearbeitet.


Laut "Reuters" sollen weitere Tests in Australien, Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Japan und Deutschland folgen. Die Chancen stünden hierzulande gar nicht mal so schlecht. Denn einer aktuellen Bitkom-Befragung zufolge scheinen deutsche Verbraucher offen zu sein für innovative Liefermodelle. Demnach kann sich bereits jeder Vierte vorstellen, Pakete künftig per Drohne oder Roboter zu erhalten. Auch Paketboxen sollen sich großer Beliebtheit erfreuen. Der kommerzielle Einsatz von Drohnen und Robotern bei der Paketzustellung sei zwar noch ein Zukunftsszenario, sagt der Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder, werde sich aber in absehbarer Zeit durchsetzen. "Die Nachfrage ist vorhanden", sagt er. Vorraussetzung dafür sei aber, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen an die innovativen Möglichkeiten angepasst werden. Verglichen mit Neuseeland hat Deutschland in diesem Punkt noch viel Nachholbedarf. ron
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