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Wie Elon Musk einen Raketen-Testflug zum PR-Spektakel macht

Großartige Aussicht für "Starman": der Tesla-Roadster ist im Weltall angekommen
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Großartige Aussicht für "Starman": der Tesla-Roadster ist im Weltall angekommen
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Es hatte schon etwas von Red Bull Stratos: Tech-Mogul Elon Musk hat mit seinem Raumfahrt-Start-up SpaceX erfolgreich die neue "Falcon Heavy"-Rakete ins All geschickt - unter den Augen von Millionen Zuschauern an den TV-Bildschirmen und im Internet. Aber Musk macht mit seinen Projekten nicht nur die Raumfahrt wieder zum Massenereignis - sondern nutzt die große Reichweite des Testflugs auch zu spektakulären PR-Zwecken für seine Elektroauto-Marke Tesla.
Der Clou der vor allem in den USA enorm aufmerksamkeitsstarken Aktion: Der 46-jährige Musk stellte einen roten Tesla Roadster aus seinem Privatbesitz als Testladung der "Falcon Heavy" zur Verfügung. Gestern Abend hob die derzeit größte Weltraumrakete vom US-Space-Center in Cape Canaveral (Florida) dann tatsächlich ab.
Als das Cabrio mit Astronauten-Dummy "Starman" auf dem Fahrersitz zu dem David-Bowie-Hit "Space Oddity" erstmals auf den Live-Screens gezeigt wurde, brandete riesiger Jubel unter den SpaceX-Mitarbeitern auf. Das Auto soll nach dem Willen des Visionärs Musk in seiner künftigen Umlaufbahn in den nächsten Millionen Jahren immer wieder am Mars vorbeischweben. Schon am Dienstag postete Musk öffentlichkeitswirksam Bilder des kirschroten Fahrzeuges, wie es im Weltall schwebt. "Es ist ein kindischer Spaß, aber kindische Späße sind wichtig", sagte Musk anschließend. Die Besiedelung des Roten Planeten ist Musks erklärtes Fernziel.

Für Musk ist der erfolgreiche Start der "Falcon Heavy" beste Werbung für seine Elektroautos. Kritischen Aktionären, die die langen Verzögerungen in der Serienproduktion der Tesla-Modelle bemängeln dürften, wird er vermutlich am heutigen Mittwoch bei der Hauptversammlung in Kalifornien die Livebilder vorspielen, die die Astronauten-Puppe "Starman" am Steuer seines Tesla-Cabrios im All zeigen. Und zwar mit bester Aussicht: Den Hintergrund bildet die Erdkugel.
Die neue Rakete ist auch für den Transport bemannter Weltraum-Missionen ins All konzipiert worden. Den Plan, mit der "Falcon Heavy" auch Weltraumtouristen in den Orbit zu schießen, habe Musk jedoch zunächst zurückgestellt, berichteten US-Medien. Dies sei der bereits nächsten Raketengeneration vorbehalten, die unter dem Namen "Big Falcon Rocket" von SpaceX entwickelt werde.



Die beiden äußeren Antriebsraketen der "Falcon Heavy" des Typs Falcon 9 kehrten am Dienstag planmäßig zur Erde zurück. Dies ist für SpaceX eines der wichtigsten Erkenntnisse des Jungfernfluges. Allerdings landete der zentrale dritte Antrieb nicht wie geplant auf einer Schwimmplattform, sondern im Wasser des Atlantiks.
„Es ist ein kindischer Spaß, aber kindische Späße sind wichtig.“
Elon Musk
Die neue Superrakete Musks ist nur ein Beispiel für das gegenwärtige Wettrüsten im Kampf um Vorteile im Weltraum. Sowohl die US-Weltraumbehörde Nasa baut an einer neuen Rakete, als auch der private SpaceX-Konkurrent Blue Origin. "Wir wollen einen neuen Wettlauf im All", sagte Musk. Der sechsfache Vater und rastlose Unternehmer mit ungewöhnlichen Visionen ist nicht der einzige Prominente, der Weltraumambitionen hat. Der britische Unternehmer-Freigeist Richard Branson will mit seiner Raumfahrt-Sparte Virgin Galactic unbedingt ins All. Star-Architekt Norman Foster plant auf seinen Reißbrettern Wohnmöglichkeiten auf dem Mond.


Die "Falcon Heavy" ist nach Angaben von SpaceX mit 70 Metern Länge und über 60 Tonnen Nutzlast die größte derzeit aktiv genutzte Weltraumrakete. Der Abschuss wurde von dem Unternehmen zu einer riesigen Show inszeniert, die in Teilen an die Starts der Space Shuttles in den 1980er Jahren erinnert. Mehrere US-Sender übertrugen live. "Falcon Heavy" startete von der selben Abschussrampe wie einst die erfolgreiche bemannte Mondmission Apollo 11. Mondfahrer Buzz Aldrin (88), zweiter Mensch auf dem Erdtrabanten, beobachtete den Start aus der Nähe. "Gratuliere, SpaceX", schrieb der Weltraum-Pionier auf Twitter nach dem erfolgreichen Abheben. tt (mit dpa-Material)
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