Suchmaschinen-Gigant

Google investiert in automatisierte News-Plattform

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Roboter-Journalisten sind offenbar ein Thema für Google
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Roboter-Journalisten sind offenbar ein Thema für Google
Schon seit Jahrzehnten ersetzen immer mehr Roboter menschliche Arbeitskräfte. Sind bald auch die Jobs von Journalisten betroffen? Wenn es nach Google geht, offenbar schon. Der Suchmaschinen-Riese finanziert ein News-Projekt einer britischen Nachrichtenagentur, das zum großen Teil von Robotern betrieben werden soll.
Noch sind Artikel, die nicht von einem Menschen, sondern von einem Roboter stammen, eine Randerscheinung. Doch wenn es nach Google geht, könnten sie zum massentauglichen Standard werden: Der Suchmaschinen-Riese investierte in eine automatisierte News-Plattform. Das bestätigte die britische Nachrichtenagentur Press Association, die das Projekt ins Leben gerufen hat. Der Suchmaschinen-Riese habe der Agentur 706.000 Euro für ihre Reporters and Data Initiative (Radar) zur Verfügung gestellt. Auf der Website der Digital News Inititative (DNI) von Google taucht das Projekt bereits auf.

Radar ist ein Zusammenschluss zwischen Press Association und dem datengetriebenen News-Start-up "Urbs Media". Sie verfolgen das Ziel, eine KI-Nachrichten-Plattform zu entwickeln, auf der 30.000 Artikel pro Monat erscheinen sollen, die aus öffentlich verfügbaren Daten zusammengesetzt werden. Das Newsportal soll allerdings nicht nur von Robotern betrieben werden, sondern aus einer Kombination von Automatismen und menschlicher Arbeit. Die Artikel sollen schließlich auf Press Association erscheinen.

Nun könnte man meinen, Radar verfolge das Ziel, Journalisten mehr und mehr durch Roboter zu ersetzen. Doch das sei keinesfalls die Intention des Projekts, heißt es bei Press Association. Vielmehr solle das Potenzial von Künstlicher Intelligenz genutzt werden, um Geschichten zu erstellen, die kein Mensch alleine verfassen könnte.

Einige Nachrichtenagenturen und Medien nutzen übrigens schon jetzt Algorithmen für ihre Artikel. Bei der Associated Press verfasst beispielsweise der Automatismus "Wordsmith" die Quartalsberichte für große Unternehmen wie Yahoo und Apple. In Deutschland erstellt der Roboter "Feinstaub-Monitor" für die Berliner Morgenpost täglich einen Bericht über die Feinstaubkonzentration in der Stadt. bre
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