Studie

Deutsche Firmen wollen mehr in Datenmanagement investieren

Rechtskonformes Datenmanagement steht ganz oben auf der Agenda der Befragten
Fotolia / Tomasz Zajda
Rechtskonformes Datenmanagement steht ganz oben auf der Agenda der Befragten
Die Personalisierung von Kundenerlebnissen bietet Unternehmen bessere Absatzchancen und stärkere Kundenbindung. Dafür müssen die Firmen allerdings in die Pflege von Datenbanken und die Analyse von Datensätzen investieren - und viele wollen das auch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hochschule für Medien in Stuttgart und dem Data-Analytics-Anbieter Webtrekk, für die 300 Unternehmensentscheider aus Branchen wie Automotive-, IT-, Food- und Verlagen befragt wurden.
So sehen 84 Prozent der Befragten die Bereiche Customer Intelligence und Analytics als geeignete Mittel, um besser im Sinne der Kunden handeln zu können - was sich wiederum positiv auf den Absatz auswirken soll. Dabei wollen die Unternehmen allerdings auf eigene Daten setzen und nicht auf Third Party Data. So stimmen 42 Prozent der Befragten der Aussage "Kundendaten, die das Unternehmen selbst erhoben hat (First-Party-Daten), bieten uns Wettbewerbsvorteile" zu.

Der Grund: Eine deutliche Mehrheit (68 Prozent) sorgt sich vor der Datenmacht der Giganten aus dem Silicon Valley. So verwundert es auch nicht, dass 40 Prozent der Meinung sind, die Kontrolle über die eigenen Daten zu haben sei essentiell zur Absicherung der eigenen Marktposition.

Diese Erkenntnisse gehen mit einer hohen Investitionsbereitschaft einher. Die befragten Entscheider wollen lieber Geld in die Hand nehmen, um sich in den Bereichen Customer Intelligence und Analytics besser aufzustellen - auch wenn die dafür nötigen Investitionen durchaus als hoch eingeschätzt werden. Insbesondere in das Inhousing von Analytics-Fähigkeiten und die dazugehörige Optimierung wollen die Befragten investieren. Externe Analysen stehen hingegen weniger im Investitionsfokus. Ab dem 25. Mai gelten bei der Erhebung von Daten allerdings andere Spielregeln, wenn die Datenschutz-Grundverordnung in Kraft tritt. Diese sieht unter anderem vor, dass personenbezogene Daten nicht ohne explizite Einwilligung des Nutzers erhoben werden dürfen. Für 55 Prozent der für die Studie Befragten steht das Thema Einholung expliziter Opt-ins daher ganz oben auf der Agenda.

"Wir müssen den hohen europäischen Anspruch, was Datenschutz betrifft, als Vorsprung begreifen", sagt Webtrekk-Gründer Christian Sauer hierzu. "Nur wenn alle Unternehmen nach denselben Regeln spielen, entsteht ein echter Wettbewerb. Transparenz ist ein Gebot der neuen Datenschutzgrundverordnung, diese sollte nun von allen Anbietern gleichermaßen eingefordert werden. Wenn Unternehmen in eigene Daten investieren, dann ist das aus Datenschutzsicht zu begrüßen, schließlich entstehen erst durch geteilte Third-Party-Datenpools über verschiedene Unternehmen hinweg Gefahren für den Datenschutz." ire

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