Start-ups

Dritte Runde des High-Tech Gründerfonds geht an den Start

Der High-Tech-Gründerfonds ist Deutschlands aktivster und erfolgreichster Frühphaseninvestor für Technologie-Startup
© HTGF / Kai Osthoff
Der High-Tech-Gründerfonds ist Deutschlands aktivster und erfolgreichster Frühphaseninvestor für Technologie-Startup
Im Juni hatte der High-Tech Gründerfonds (HTGF) angekündigt, mit 250 Millionen Euro in eine dritte Investitionsrunde zu gehen. Nun ertönt für den deutschen Frühphaseninvestor offiziell der Startschuss. Pünktlich zum operativen Start erhöht der HTGF gleichzeitig das Investitionsvolumen auf 310 Millionen Euro. Das Geld fließt nun in innovative Tech-Start-ups.
Voraussichtlich 40 Technologieunternehmen aus Deutschland will der HTGF mit dem Geld unterstützen und darüber hinaus mit Expertise und einem Netzwerk aus Fondsinvestoren, Experten, erfahrenen Managern, Mehrfachgründern und Scouts zur Seite stehen. Die erste Auflage des Fonds im Jahr 2005 hatte ein Volumen von 272 Millionen Euro, bei der zweiten Auflage 2011 wurden 304 Millionen Euro investiert.


Bei den Investoren im HTGF handelt es sich etwa um das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die KfW, die Fraunhofer-Gesellschaft e.V. sowie die Wirtschaftsunternehmen ALTANA, BASF, B.Braun, Robert Bosch, BÜFA, CEWE und Deutsche Post DHL. Zum ersten Mal dabei ist der Mobilfunk-Anbieter Drillisch, der im Sommer von United Internet geschluckt wurde. Wie viel Geld das TecDAX-Unternehmen konkret ausgeben möchte, ist aber nicht bekannt.

"Wir bringen nicht nur Kapital, sondern auch die Erfahrungen aus über 480 Seedinvestments, 4.000 Transaktionen mit mehr als 1.500 Investoren und fast 90 Exits in jede neue Beteiligung mit ein", kommentiert Michael Brandkamp, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds. Mit dem dritten Fonds wolle man nun vor allem mit individuell ausgestalteten Konditionen und mehr Volumen gezielter auf die Anforderungen von Start-ups eingehen. Heißt: Der HTGF will diesmal vor allem individuellere und passendere Unterstützung und flexible Finanzierungsmöglichkeiten anbieten. "Dabei können wir in der ersten Finanzierungsrunde bis zu eine Million Euro allein oder gemeinsam mit anderen Investoren investieren. Insgesamt stehen pro Unternehmen bis zu drei Millionen Euro Eigenkapital zur Verfügung", sagt Alex von Frankenberg, Geschäftsführer des Fonds. Das sei zu einer frei verhandelbaren Unternehmensbewertung oder wie bisher im Nachrangdarlehensmodell möglich. Bei Letzterem tritt das Darlehen im Falle einer Insolvenz im Rang hinter andere Forderungen gegen das schuldende Unternehmen zurück.


Neu ist zudem, dass die Unternehmen, in die der HTGF investiert, bis zu drei Jahre alt sein können. Auch müssen sie ihren Hauptsitz in Ausnahmefällen nicht mehr in Deutschland haben, um eine Finanzierung zu erhalten. Aktuell ist der HTGF etwa am Online-Brillenhändler Mister Spex und dem Fitness-Start-up eGym beteiligt. ron
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