"Lex"

Amazon öffnet Alexa-Software für Drittentwickler

Den Echo-Lautsprecher gibt es in Deutschland seit Beginn des Jahres
© Amazon
Den Echo-Lautsprecher gibt es in Deutschland seit Beginn des Jahres
Amazon öffnet die Software hinter seiner intelligenten Sprachassistentin Alexa für externe Entwickler. Ab sofort sollen sie in der Lage sein, eigene Apps zu programmieren, die entsprechende Sprachbefehle erkennen und mit jeder Anfrage dazulernen kann.
Wie die Cloud-Tochter Amazon Web Services (AWS) mitteilt, soll künftig jeder Entwickler mit der "Lex" genannten Software hantieren dürfen. Bei "Lex" handelt es sich um die Amazon-eigene Software, die als Basis der digitalen Sprachassistentin Alexa zum Einsatz kommt. Mit der Anwendung können Apps beispielsweise um Funktionen zur Sprach- und Texterkennung ("Automatic Speech Recognition" und "Natural Language Understanding") erweitert werden.



Auf der firmeneigenen Veranstaltung "re:invent" im Dezember vergangenen Jahres kündigte AWS-Chef Andy Jassy diesen Schritt bereits an. "Eure Bots können Informationen bereitstellen, die Arbeitsaktivitäten modernisieren oder als Kontrollmechanismus für Roboter, Drohnen und Spielzeuge fungieren", sagte Jassy damals zu den anwesenden Entwicklern. Aber vor allem Sprachanwendungen für Alexa werden es den Programmierern angetan haben. Der Echo-Lautsprecher erfreut sich in der Szene bislang relativ großer Beliebtheit. Entwickler müssen "Lex" zunächst mit den gewünschten Fragen ("Kannst du mir einen Flug buchen?"), den passenden Antworten (Datum und Ziel) und alle notwendigen weiterführenden Fragen füttern. Anschließend soll "Lex" laut Amazon über ein Machine-Learning-Modell in der Lage sein, entsprechende Sprachbefehle zu erkennen und mit jeder Anfrage dazuzulernen. Wenn das Reisedatum beispielsweise schon bekannt ist, überspringt Alexa diese Frage und fragt direkt nach dem Reiseziel.

Die fertigen Apps sollen aber keineswegs nur für die Amazon-eigene Sprachassistentin beschränkt sein. Entwickler können sie überdies auf das Smartphone, "Internet of Things"-Geräte sowie Chat-Anwendungen wie den Facebook-Messenger oder Slack veröffentlichen.


Für Amazon avanciert das Cloud-Geschäft derzeit mehr und mehr zu einem der relevantesten UmsatzbringerDie unter dem Kürzel AWS geführte Cloud-Sparte verbuchte im letzten Quartal 2016 ein Plus von 55 Prozent und kletterte auf 3,2 Milliarden US-Dollar Umsatz. Der ehrgeizige Konzernchef Jeff Bezos peilt mit AWS einen Jahresumsatz von zehn Milliarden Dollar an. Damit ist Amazon im Cloud-Bereich eindeutig Marktführer.
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Und zumindest hierzulande machen die Entwickler von Alexa-Skills mehrheitliche positive Erfahrungen. Wie etwa die Taxi-App Mytaxi, die vor einigen Jahren bereits als erste ihrer Art eine Anwendung für die Apple Watch herausgebracht hatte. Die Taxi-Bestellung per Sprachbefehl stoße auf großes Interesse der Nutzer, teilt die Daimler-Tochter zudem mit, ohne jedoch genaue Zahlen zu nennen. "Wir verzeichnen täglich Bestellungen."

Auch Medienhäuser haben Alexa als weiteren Kanal entdeckt. Wenn Nutzer nach den Nachrichten des Tages fragen, antwortet die Sprachassistentin mit den News von Tagesschau, Bild, Spiegel Online, n-tv oder Heise. Spiegel Online sei vor allem vom Erfolg des Lautsprechers in den USA in der Entscheidung bestärkt worden, diese Plattform auszuprobieren. Alexa liest seitdem die Zusammenfassungen der Top-News vor, die auch auf der Homepage stattfinden. "Das ist unser 'minimum viable product' für den Start", teilt das Medienhaus mit. ron

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