Sprachassistenten und Co

Syzygy gründet eigene Einheit für Künstliche Intelligenz

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Sven Küster und Ines Feldman-Pach leiten die neue Einheit Syzygy.AI
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Sven Küster und Ines Feldman-Pach leiten die neue Einheit Syzygy.AI
Am Berliner Standort entwickelt die Syzygy-Gruppe bereits seit mehreren Monaten Lösungen für Künstliche Intelligenz (KI). Weil die Nachfrage von Kunden für dieses Geschäftsfeld stetig zunimmt, hat die Agentur nun eine eigene KI-Einheit ins Leben gerufen. Unter dem Namen Syzygy. AI (Artificial Intelligence) bündelt das Unternehmen künftig gruppenübergreifend das Know-how für diese boomende Technologie.

Geleitet wird die Unit von Ines Feldman- Pach und Sven Küster, beide sind in der Geschäftsleitung von Hi-Res. Das Duo hat ein zehnköpfiges Team zusammengetrommelt – darunter Berater, Entwickler und Texter –, das bereits an größeren Projekten arbeitet, unter anderem für die Automobil- und Telekommunikationsindustrie.


Syzygy.AI hat sich auf die Fahne geschrieben, Kunden beim Thema Künstliche Intelligenz konzeptionell zu beraten und konkrete Anwendungen zu entwickeln – mit besonderem Fokus auf Chatbots und Sprachassistenten wie Alexa (Amazon), Siri (Apple), Cortana (Microsoft) und den Google Assistant. Nicht zuletzt, weil Apple vergangene Woche den Einstieg ins Geschäft mit smarten Lautsprechern verkündet hatte, prophezeien viele Beobachter dem Markt für Sprachassistenten in den nächsten Jahren eine rasante Entwicklung.

Die neue Syzygy-Unit will sich vor allem darauf spezialisieren, die Marken- Identität für dieses neue Feld zu definieren. Also: Wie klingt eine Marke? Wie spricht sie zu Nutzern? Welche Inhalte passen zu ihr? "Noch beobachten viele Unternehmen die Entwicklung", sagt Feldman-Pach. "Allerdings wird der Erwartungsdruck der Konsumenten schon bald so stark sein, dass die Marken auf diese neuen Systeme setzen müssen, sonst verlieren sie an Relevanz." Die smarten Sprachassistenten der Tech-Giganten, so Feldman-Pach, seien die Gatekeeper der Zukunft. Der neue, vor allem sprachbasierte Umgang der Konsumenten mit den Unternehmen wird den Markt nachhaltig verändern, davon ist ihr Kollege Küster überzeugt. "Zum ersten Mal kann ich mit einer Marke ins Gespräch kommen, sie wird erlebbar – dadurch auch menschlicher und nahbarer." Umso wichtiger sei es, Fragen zur Markenpersönlichkeit zu beantworten. Dafür entwickelt Syzygy.AI etwa für seine Kunden einen sogenannten Brand Language Guide.

Im Wesentlichen konzentriert sich Syzygy. AI aber auf drei Kern Geschäftsfelder. Zum einen sollen KI-Anwendungen für den personalisierten Kundenservice entwickelt werden. Das heißt, dass Nutzer über Sprachassistenten beispielsweise beim Autokauf beraten werden oder ihre Reklamationen abgeben können. Zum Zweiten sollen für Brands persönliche Assistenten programmiert werden, die bei vergleichsweise einfachen Tätigkeiten wie der Terminplanung oder Finanzverwaltung behilflich sind.

Zu guter Letzt sieht Syzygy in Businessinternen Prozessen ein Geschäftsfeld mit Potenzial. Reisemanagement, Kommunikationstrainings, Onboardings, Weiterbildungen – all diese Aufgaben werden Sprachassistenten übernehmen, sind sich die Berliner sicher. Sogar das Recruiting könnten Personaler bald an Alexa, Siri und Co abgeben – zumindest teilweise. "Es ist durchaus vorstellbar, dass Bewerber künftig erst einmal ein paar Fragen von Alexa beantworten müssen, ehe sie ihr erstes Gespräch beim Personaler bekommen", sagt Küster.

Im Jahr 2020, mutmaßt Küster, werden Menschen häufiger mit Maschinen sprechen als mit ihren Partnern. Spätestens dann, wenn dieses Szenario Realität wird, will sich Syzygy als relevanter Player in diesem Markt etabliert haben. ron

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