Spionagesoftware

Yahoo hat E-Mails heimlich für US-Geheimdienste durchsucht

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Yahoo macht wieder einmal Negativ-Schlagzeilen.
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Yahoo macht wieder einmal Negativ-Schlagzeilen.
Nach dem Mega-Hack vor wenigen Wochen, macht Yahoo wieder einmal Negativ-Schlagzeilen. Der Konzern baute im letzten Jahr heimlich ein Software-Programm, das es US-Geheimdiensten erlaubte eingehende E-Mails von Yahoo-Nutzern zu durchsuchen.

Yahoo stimmte einer Anweisung der US-Regierung zu, die E-Mails zu durchsuchen, berichtet Reuters unter Berufung auf Insider. Laut Experten sei es das erste Mal ist, dass ein US-Internetunternehmen eine solche Anordnung tatsächlich umsetzt.


"Yahoo ist ein gesetzestreues Unternehmen und hält sich an die Gesetze der USA", sagte ein Sprecher des Unternehmens Reuters. Es ist nicht genau bekannt, wonach gesucht wurde. Dem Bericht zufolge wurde aber eine bestimmte Liste abgearbeitet. So könnten US-Behörden etwa nach bestimmten Worten oder Anhängen von E-Mails Ausschau gehalten haben.

Reuters konnte nicht feststellen, welche Informationen weitergegeben wurden und, ob auch andere Konzerne wie Google oder Microsoft, solche Anfragen bekamen. Experten gehen aber davon aus, dass die US-Bundespolizei FBI oder der Geheimdienst NSA auch auf andere Unternehmen mit ähnlichen Forderungen zugingen.
Auch der damalige leitende Sicherheitsverantwortliche von Yahoo, Alex Stamos, soll davon ursprünglich nichts gewusst haben. CEO Marissa Mayer habe die Entscheidung ohne ihn getroffen. Als er es im Mai 2015 von der Spionage erfuhr, habe er sich entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Seit Juni 2015 ist Stamos Sicherheitschef bei Facebook. Er soll damals seinen Yahoo-Kollegen mitgeteilt haben, dass Hacker durch eine Sicherheitslücke gespeicherte E-Mails abfragen hätten können.

Vor kurzem wurde außerdem bekannt, dass Yahoo während eines anderen Leaks 500 Millionen Zugangsdaten zu Nutzer-Accounts unfreiwillig preisgab. Verizon kündigte damals an, den Deal zur Übernahme von Yahoo noch einmal zu überdenken.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf t3n.de 
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"t3n" gibt es seit 2005 © Yeebase Media

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