Spectacles

Snap bringt seine Kamera-Sonnenbrille nach Deutschland

   Artikel anhören
Die Spectacles kommen nach Deutschland.
© Screenshot Youtube
Die Spectacles kommen nach Deutschland.
Im November vergangenen Jahres launchte Snap die Kamera-Sonnenbrille Spectacles in den USA. Ab heute macht der Snapchat-Mutterkonzern das Gadget in Europa offiziell verfügbar. Genau wie beim US-Verkaufsstart bewirbt das Unternehmen den Europa-Launch mit den quietschgelben Verkaufsautomaten, den sogenannten Snapbots.
Wie Snap mitteilt, sind die mit der Kamera-Sonnenbrille beladenen Snapbots ab heute, 8 Uhr deutscher Zeit, in Berlin, London, Paris, Barcelona und Venedig zu finden. Gleichzeitig bietet das Unternehmen sein Gadget erstmals europaweit über Spectacles.com zum Kauf für 150 Euro an. Bislang mussten interessierte Europäer die Spectacles über Ebay oder Amazon ergattern.



Den genauen Aufenthaltsort der Verkaufsautomaten gibt das Unternehmen, wie auch schon im vergangenen Jahr beim US-Start, nicht bekannt. Die Käufer werden über den nächsten Aufenthaltsort der Snapbots bewusst im Unklaren gelassen und müssen auf einer eigens dafür eingerichteten Website selbständig nachschauen, wo sie denn nun stehen. In der Regel verweilen die Snapbots etwa 24 Stunden an einem Ort. Diese Form der künstlichen Verknappung sorgte in den USA für einen riesigen Run auf die Sonnenbrillen.
Die quietschgelben Snapbots stehen in der Regel an stark frequentierten Plätzen. Die Automaten sind jedoch nicht rund um die Uhr angeschaltet, sondern fahren in den Stand-By-Modus, wenn kein Passant in der Nähe ist. Falls doch, fährt der Snapbot die Systeme hoch. Snapchatter, die in der Nähe des Snapbots stehen, haben überdies Zugriff auf exklusive Lenses und Geofilter, die es nirgendwo sonst gibt.

Bei den Spectacles handelt es sich neben der App Snapchat um den zweiten Produktarm der Mutterfirma Snap. Das Gerät, das mit Snapchat verknüpft ist, kann zehn Sekunden lange Videos aufnehmen und wurde im vergangenen Jahr von Snap-Chef Evan Spiegel im Interview mit dem "Wall Street Journal" als "Spielzeug" bezeichnet, das vielleicht beim Grillen oder bei einem Konzert getragen werde. Die Kamera nimmt die Umgebung in einem Winkel von 115 Grad und in rundem Format auf. Ein kommerzielles Interesse verfolgt das Unternehmen mit der Kamera-Sonnenbrille nicht, vermuten viele Beobachter. Das Gadget und vor allem die kuriose Verkaufsaktion diente in den USA vor allem dazu, den Hype um die Marke Snap kurz vor dem Börsengang zu pushen. Bei der Präsentation der ersten Quartalszahlen verkündete Snap, dass mit Spectacles bislang fünf Millionen Aufnahmen gemacht wurden.


Nichtsdestotrotz forciert CEO Spiegel derzeit das Hardware-Geschäft. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Snap das Drohnen-Start-up Ctrl Me Robotics aus Los Angeles übernommen hat, angeblich für einen Spottpreis von nicht einmal einer Million Dollar. ron
stats