Software-Entwickler

Vom Technik-Nerd zur Führungskraft - aber nicht in Deutschland

Entwickler mausern sich vom reinen Techniker hin zur Führungskraft.
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Entwickler mausern sich vom reinen Techniker hin zur Führungskraft.
Software-Entwickler spielen weltweit bei Unternehmensentscheidungen eine immer wichtigere Rolle - auch in den Marketingabteilungen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Entwickler als reine Technik-Nerds abgestempelt wurden. Das veränderte Rollenprofil bestätigt nun auch eine Studie des Payment-Anbieters Stripe, die heute veröffentlicht wurde. Doch in Deutschland vollzieht sich diese Entwicklung deutlich langsamer als in anderen Ländern.
Der Studie zufolge, die Stripe beim US-Marktforscher The Harris Poll in Auftrag gegeben hat, bewerten die befragten Entwickler ihre Stellung im Unternehmen überwiegend positiv. Weltweit geben 54 Prozent an, in den vergangenen fünf Jahren eine wachsende Rolle bei wichtigen Unternehmensentscheidungen in ihrem Betrieb gespielt zu haben.

Befragt wurden 1440 fest angestellte Entwickler sowie CTOs und CIOs in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Singapur und Australien.

„Für die Zukunft des Standorts Deutschland wird es auch entscheidend sein, wie Unternehmen ihre Entwickler einsetzen.“
Felix Huber
Im internationalen Vergleich zeigt sich jedoch, dass Deutschland in diesen Belangen einen deutlichen Nachholbedarf hat. In zahlreichen Punkten schnitten die hiesigen Unternehmen schlechter ab als die aus allen anderen fünf Nationen. So geben nur 18 Prozent der deutschen Befragten an, dass Entwickler-Input bei wichtigen Geschäftsentscheidungen sehr stark berücksichtigt werde. Zum Vergleich: Weltweit waren es knapp ein Viertel. 6 Prozent waren in Deutschland gar der Auffassung, dass Entwickler-Input bei wichtigen Entscheidungen überhaupt nicht berücksichtigt werde. Und mehr noch: 14 Prozent der deutschen Entwickler bemängeln, dass der Austausch mit nicht-technischen Führungskräften in den vergangenen fünf Jahren sogar abgenommen hat – im internationalen Vergleich sagten das nur 10 Prozent. "Dass Deutschland in so vielen Punkten schlechter als der internationale Vergleich abschneidet, hat uns überrascht", sagt Felix Huber, Nordeuropachef von Stripe. "Für die Zukunft des Standorts Deutschland wird es auch entscheidend sein, wie Unternehmen ihre Entwickler einsetzen."

Oftmals mangele es sogar an den eingesetzten Tools. So geht den Entwicklern hierzulande besonders auf den Senkel, dass deutsche Unternehmen dazu neigen, veraltete Technologien zu verwenden. Falsche Priorisierung, keine nötigen Ressourcen, begrenzte Entwicklerkapazitäten: All das seien den Befragten zufolge weitere Probleme in Deutschland. Darüber hinaus müssten sich die Fachmänner und -frauen viel zu häufig auf die Wartung von veralteten Systemen konzentrieren. ron

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