Snapchat-Klon

Bringt Twitter noch eine Stories-Funktion?

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Twitter will mehr wie Snapchat sein.
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Twitter will mehr wie Snapchat sein.
Mit Moments hatte Twitter bereits vor zwei Jahren ein eigenes Story-Tool eingeführt - nun könnte ein weiteres hinzukommen. Laut Bloomberg arbeitet der Kurznachrichtendienst an einem Feature, welches die Smartphone-Kamera in den Mittelpunkt stellt und das Teilen von Bildern und Videos vereinfachen soll.
Demnach arbeiten Twitter-Entwickler in San Francisco an einem "camera-centered product", bei dem sich zuerst die Smartphone-Kamera öffnet, um Bilder oder Videos aufnehmen zu können. Das Unternehmen erhoffe sich damit, mehr Engagement und visuelle Interaktionen auf seiner Plattform zu generieren. Snapchat hatte mit diesem Kamera-fokussierten Konzept große Erfolge gefeiert und bezeichnet sich selbst nach wie vor als "camera-company".


Ob Twitter dieses Produkt zu einem eigenen Story-Feature weiterentwickelt, in dem Inhalte wie bei Snapchat nur für 24 Stunden abrufbar sind, ist noch ungewiss. Zwar gebe es Insidern zufolge bereits eine Demo-Version des neues Twitter-Features, dieses befände sich jedoch in einer frühen Entwicklungsphase und könnte sich in den kommenden Monaten noch verändern. Ein Launchdatum gibt es nicht.

Unternehmenschef Jack Dorsey hatte zuletzt in einem Recode-Interview zugegeben, seinen Kurznachrichtendienst für "zu kompliziert" zu halten. Gleichzeitig lobte er Snapchat für seine User-Experience: "Snap hat erkannt, dass wir künftig weniger auf Knöpfe drücken, sondern gestikulieren werden."


Twitter hatte sich in den vergangenen Monaten immer mal wieder Neuerungen verpasst, forcierte beispielsweise das Geschäft mit Livestreams, führte GIFs ein und verdoppelte die Zeichenzahl für Tweets, um mehr Engagement auf der Plattform zu generieren. Im Dezember vergangenen Jahres startete Twitter das Feature "Threads", das dem Stories-Prinzip bereits sehr ähnlich ist. Nutzer können mit "Threads" ihre Tweets chronologisch aneinanderreihen und jederzeit durch weitere Tweets ergänzen.

Erstellt werden die Threads nach dem gleichen Prinzip wie bei der Konkurrenz: Mit einem Tap auf das Plus-Zeichen werden Tweets schon bei der Erstellung einem Thread zugeordnet. Ergänzt wird der Themenstrang über den Button "Add another Tweet". Beim ersten Öffnen des Threads werden alle Tweets zunächst in chronologischer Reihenfolge angzeigt. Unterschied zur Konkurrenz: Die Inhalte sind nicht zwangsläufig visuell, füllen nicht den gesamten Screen aus und verschwinden nicht nach 24 Stunden. Zuletzt hatte das Unternehmen um CEO Dorsey wieder Hoffnung bei seinen Anlegern verbreitet. In der letzten Quartalsbilanz übertraf Twitter die Erwartungen von Analysten bei Umsatz und Gewinn und steigerte die Zahl monatlich aktiver Nutzer um vier Millionen. Bis Ende September stieg die Zahl nach korrekter Berechnung auf 330 Millionen.

Der Quartalsumsatz sank im Jahresvergleich um gut vier Prozent auf 589,6 Millionen Dollar. Analysten hatten allerdings mit noch etwas niedrigeren Erlösen gerechnet. Unterm Strich ergab sich ein Verlust von gut 21 Millionen Dollar nach einem Fehlbetrag von 103 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Beim bereinigten operativen Ergebnis pro Aktie übertrag Twitter aber die Erwartungen der Börsianer deutlich. ron (mit dpa-Material)


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