Snap Store

Snapchat verkauft jetzt Merchandise in der App

Snapchat eröffnet einen Snap Store
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Snapchat eröffnet einen Snap Store
Mit Merchandising hat Snapchat bereits in der Vergangenheit gelegentlich Erfahrung gesammelt, verkaufte beispielsweise gebrandete Strandtücher und Kostüme an Hardcore-Fans. Doch jetzt zündet das Unternehmen die nächste Stufe und startet innerhalb der App einen eigenen Merch-Shop. Werbepartner dürfen sich dort aber (noch) nicht austoben.
Der Merch-Store, auf den die US-Journalistin Taylor Lorenz auf Twitter zuerst aufmerksam machte, befindet sich im Discover-Bereich der App - also in direkter Nachbarschaft zu den Inhalten der Medienpartner. Nicht ganz uninteressant, immerhin ist dieser Bereich bislang reserviert gewesen für Medienunternehmen wie Vice, Condé Nast und BuzzFeed, die dort täglich neuen Content präsentieren und um Aufmerksamkeit kämpfen.


Hierzulande ist der Store noch nicht zu finden und scheint bislang auch nur in den USA freigeschaltet zu sein. Zu sehen sind dort Medienberichten zufolge Plüschtiere, Hüte oder Sweatshirts - allesamt Snapchat-gebrandet. Der Store funktioniert übrigens nach einem Prinzip, mit dem Snapchat große Bekanntheit erlangt hatte: Die angebotenen Produkte verschwinden nämlich aus dem Shop ohne jede Vorwarnung. Heißt: Hat ein Nutzer Interesse an einem Artikel, sollte er möglichst rasch zuschlagen, sonst ist er am nächsten Tag vielleicht weg.

Wie AdAge unter Berufung auf einen Insider berichtet, will Snapchat den neuen Store nicht mit Werbepartnern teilen und sich erst einmal auf den Vertrieb eigener Produkte fokussieren. Doch es ist nicht auszuschließen, dass das Unternehmen diesen Bereich in Zukunft für Drittanbieter öffnet und somit kräftig ins E-Commerce-Geschäft einsteigt.


Werbepartner haben zwar schon seit längerer Zeit die Möglichkeit, ihre Produkte über Snapchat-Anzeigen an den Mann zu bringen, die Nutzer müssen die App aber beim Kaufprozess verlassen. In den USA nutzen dies beispoielsweise Target und 20th Century Fox. Mit dem Snap Store allerdings könnte Snapchat die User in der App halten und besäße zudem weitere Kundendaten wie Kreditkartennummern.

Neue Einnahmequellen könnte die Plattform gut gebrauchen, die jüngsten Quartalszahlen von November fielen nämlich desolat aus. Der Verlust hatte sich im Jahresvergleich mehr als verdreifacht, Umsatz und Nutzerzuwachs lagen deutlich unter den Erwartungen der Wall Street. Snap musste zudem rund 40 Millionen Dollar auf liegengebliebene Geräte seiner Kamera-Sonnenbrille abschreiben, die eigentlich ein Verkaufsschlager werden sollte. Diese finden sich im neuen Snap Store übrigens nicht. ron
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