Smartphone-Pionier

Blackberry öffnet Messaging-Plattform für Softwareentwickler

Blackberry will mit sicherer Softwarelösung auftrumpfen.
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Blackberry will mit sicherer Softwarelösung auftrumpfen.
Der einstige Smartphone-Pionier Blackberry versucht sein Glück im B2B-Bereich. Der kanadische Konzern hat heute eine cloudbasierte Kommunikations-Plattform für Entwickler vorgestellt und will dabei vor allem mit einem Merkmal auftrumpfen: Sicherheit.
Die Zeiten, in denen sich Blackberry noch über die Produktion eines Smartphones definierte, sind vorbei. Das Unternehmen bezeichnet sich mittlerweile selbst als "Unternehmen für Sicherheitssoftware und -lösungen, das seine Ursprünge im Mobilbereich hat". So kommt der heute bekannt gewordene Schritt von Blackberry nicht überraschend daher: Die Kanadier steigen in den sogenannten Markt für Communications-Platform-as-a-Service-Produkte (CPaaS) ein.


Dafür startet Blackberry ab heute das BBM Enterprise SDK (Software Development Kit). Mit diesem Angebot können Softwareentwickler externer Unternehmen Kommunikationsmöglichkeiten in Form von Nachricht, Sprache und Video entwickeln und in die firmeneigenen Anwendungen integrieren. Und das mit größtmöglicher Sicherheit, so Blackberry. Die Kanadier reagieren damit auf das steigende Bedürfnis nach Instant-Messaging-Tools als Kommunikations-Instrument für Unternehmen - vor allem aus der Gesundheits- und Sicherheitsbranche.

"Wir entwickeln und suchen kontinuierlich nach neuen Wegen, unsere Erfahrung und unsere Expertise im Bereich 'Sichere Mobilität' für die Lösung von geschäftlichen Herausforderungen einzusetzen", sagt Marty Beard, Chief Operating Officer von Blackberry. "Mit dem cloudbasierten Kommunikations-Service eröffnen wir eine neue Einkommensquelle, die Entwicklern, ISVs und Unternehmen dabei helfen soll, die anspruchsvollsten Anforderungen in den Bereichen Sicherheit und Compliance zu erfüllen." Dabei will Beard vor allem mit dem herzstück Sicherheit auftrumpfen. Mit mehr als 80 80 Sicherheitszertifikaten und -zulassungen will sich der Konzern deutlich von den Wettbewerbern absetzen. Auf diese Weise soll es den Unternehmen möglich sein, sichere Textnachrichten (1:1- oder Gruppenchat), sichere Sprach- und Videonachrichten, einen sicheren Austausch von Dokumenten und Kontakten sowie sichere Push-Benachrichtigungen ermöglichen.


Funktionieren soll das über die sogenannte NOC-Architektur (Network Operation Center) von Blackberry. Die globale Infrastruktur des Konzerns mit Daten-Zentren auf der ganzen Welt soll sicher stellen, dass Daten auf ihrem Weg durch Betreiber-Netzwerke und das Internet geschützt sind. Das NOC von Blackberry wurde eigenen Angaben zufolge entwickelt, um die höchsten Unternehmensbedürfnisse in puncto Sicherheit zu erfüllen.

Mit möglichst hohen Sicherheitsstandards stattet Blackberry auch seine Smartphones aus, auch wenn sie nicht mehr aus dem eigenen Haus kommen. Blackberry hatte sich im vergangenen Jahr wegen des verlustreichen Smartphone-Geschäfts von der Hardware-Produktion verabschiedet und fokussiert sich seitdem vor allem auf die Software-Ausrüstung seiner Gadgets. Der chinesische Hersteller TCL übernimmt dafür als einziger Hersteller weltweit Design, Fertigung, Vertrieb und Service der Blackberry-Geräte und lizenziert zudem die Marke.

Auch im Automobilmarkt soll die Software der Kanadier Eingang finden. Blackberry hat mit dem US-Automobilunternehmen Ford im November einen Vertrag für die Zukunft geschlossen und soll die Software für die erste Generation massentauglicher autonomer Fahrzeuge liefern. Für Blackberry ist dies ein weiterer Schritt auf dem Weg vom Hardware- zum Software-Konzern. ron
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