Smarter Lautsprecher

Google öffnet seinen Sprachassistenten für Drittanbieter

Home ist Googles Gegenstück zu Amazon Echo
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Home ist Googles Gegenstück zu Amazon Echo
Das Rennen um den besten Sprachassistenten ist im vollen Gange. Um im Wettbewerb mit Amazon, Apple und Microsoft mitzuhalten, hat Google nun seinen digitalen Assistenten für externe Entwickler geöffnet. Mit "Actions on Google" können nun auch Drittanbieter ihre Funktionen und Angebote integrieren. Künftig sollen auch sprachgesteuert Einkäufe und Buchungen möglich sein.
Am Donnerstag stellte der Suchmaschinenriese das Programm "Actions on Google" vor, mit dem externe Entwickler ab sofort Anwendungen wie etwa Chatbots programmieren und an den Sprachassistenten andocken können. Unternehmen haben so die Möglichkeit, Googles digitalen Assistenten - der durch künstliche Intelligenz dazulernt - für ihre Nutzeransprache zu verwenden. Laut Jason Douglas, Verantwortlicher für das Programm "Actions on Google", soll dies zudem künftig über alle Endgeräte möglich sein, also über den Lautsprecher "Home" oder auf dem Smartphone "Pixel".


Zu Beginn ermöglicht Google aber nur sogenannte "Conversation Actions" - also sprachgesteuerte Befehle, die ausschließlich mit den smarten Lautsprecher "Home" funktionieren. Dieser soll hierzulande erst im Frühjahr 2017 auf den Markt kommen. Bald, so Google-Manager Douglas, soll es dann auch möglich sein, über den Assistenten Buchungen und Einkäufe zu erledigen. Auch hat das Unternehmen aus Mountain View vor, das Programm für das Pixel-Smartphone und die Messaging-App Allo auszurollen, nennt aber bislang noch kein konkretes Datum.
Amazon hat für sein Konkurrenzprodukt Echo bereits ein ähnliches Angebot am Start - "Skills" genannt. Drittanbieter können für Amazons smarten Lautsprecher, das Konkurrenzprodukt zu Google "Home", sogenannte "Skills" entwickeln, um sich an den Sprachassistenten Alexa anzudocken. In Deutschland haben dies etwa die Nachrichtenanbieter "Bild", Spiegel Online, n-tv und die Tagesschau gemacht, ebenso Spotify, BMW, Fitbit und Uber. Außerdem können Nutzer über Amazon Echo bereits Einkäufe tätigen.

Auch Microsoft tüftelt derzeit intensiv an sprachgesteuerten Anwendungen. Auf der Entwicklerkonferenz WinHEC verkündete Konzernchef Satya Nadella vor wenigen Tagen, dass man sich mit dem langjährigen Technologiepartner Intel noch stärker zusammentun möchte, um den Sprachassistenten Cortana weiterzuentwickelnDie beiden US-Unternehmen wollen dafür sorgen, dass Benutzer mit dem sprachgesteuerten Assistenten quer durch den Raum hin kommunizieren können. So soll man mittels "Far-Field Speech Communication" auch aus der Distanz Fragen an Cortana stellen und Befehle geben können - ähnlich wie bei Amazon Echo. ron


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