Slack-CEO Butterfield Wie der Microsoft-Konkurrent in Deutschland stärker Fuß fassen will

Donnerstag, 26. Oktober 2017
Slack-CEO Stewart Butterfield heute beim DLD in Berlin.
Slack-CEO Stewart Butterfield heute beim DLD in Berlin.
© dpa

Stewart Butterfield hat sich viel vorgenommen. Der Gründer und CEO des US-Start-ups Slack hat sich auf die Fahne geschrieben, die Vorherrschaft von Microsoft im Bereich Büro-Kommunikation zu brechen. Auf der Digitalkonferenz DLD in Berlin betonte Butterfield heute Vormittag die Relevanz des deutschen Marktes für sein Geschäftsmodell - und erklärte, warum er keinen Milliarden-Exit anstrebe.

Auf der Digitalkonferenz DLD, die heute zum ersten Mal in der deutschen Hauptstadt eröffnet wurde, ist der Slack-Gründer Butterfield kein unbeschriebenes Blatt. Der gebürtige Kanadier war bereits 2005 bei der Premiere der Veranstaltungsreihe zu Gast - zusammen mit seiner damaligen Frau Caterina Fake, mit der er seinerzeit sein frisch-gegründetes Unternehmen präsentierte: Flickr. Vier Wochen später verkaufte Butterfield das Foto-Portal an Yahoo.

Nun ist der Seriengründer zurück in Deutschland und bewirbt vor Hunderten Managern und Gründern sein neues Unternehmen, das die digitale Welt wieder einmal aus den Angeln heben soll: Slack. Bei dem Dienst handelt es sich um ein besonders in Start-ups populäres Werkzeug, um online die Kommunikation von einzelnen Mitarbeiten und Gruppen zu organisieren und externe Anwendungen einzubinden. "Es ist nicht einfach zu erklären, was Slack eigentlich ist", gibt Butterfield in Berlin zu. "Im Prinzip ersetzen wir die klassische E-Mail."

Neben Start-ups wie Stripe, Airbnb und Pandora nutzen mittlerweile auch große Unternehmen wie Buzzfeed, Adobe, Paypal und Walmart die Kommunikationslösungen von Slack. Butterfield spricht von sechs Millionen täglich aktiven Usern, mehr als 70.000 davon in Berlin. Bei den Investoren kommen die Zahlen offenbar gut an: Vor etwa einem Jahr sammelte Slack 250 Millionen Dollar ein und zählt seitdem mit einer Bewertung von 5,1 Milliarden Dollar zu einem der wertvollsten Unicorns der Tech-Branche.
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Das Besondere: Mehr als die Hälfte der täglich aktiven User befinden sich außerhalb Nordamerikas. Kaum verwunderlich also, dass Butterfield hierzulande, auf Slacks zweitgrößtem europäischen Markt, das Geschäft nun ordentlich ankurbeln und stärker Fuß fassen will. Beispielsweise ist der Messenger-Dienst gerade dabei, ein eigenes Deutschland-Büro zu suchen - die Geschäfte werden aktuell noch zentral aus Dublin gesteuert.

Vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen zudem angekündigt, den Kunden auch eine Speicherung der Daten außerhalb der USA anzubieten. "Wir hören von unseren Kunden immer wieder den Wunsch, dass die Daten hierzulande gespeichert werden sollen. Wir bereiten deshalb auch eine Option vor, dass europäische Slack-Kunden sich für ein Hosting der Daten in Europa entscheiden können", erzählte Butterfield damals der dpa. Das werde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
„Es ist nicht einfach zu erklären, was Slack eigentlich ist. Im Prinzip ersetzen wir die klassische E-Mail.“
Stewart Butterfield
In Berlin bekräftigte der Slack-CEO erneut, die Vorherrschaft von Microsoft im Bereich der Büro-Kommunikation zu brechen. Und trotz der nahezu unaufholbar scheinenden Marktdominanz von Microsoft auf Desktop-PCs, sieht sich Butterfield im Vorteil: "Viele Microsoft-Kunden sind mit den vielen Kommunikationsangeboten von Microsoft  und dessen Komplexität überfordert.", sagt er und meint etwa das Zusammenspiel von Outlook, Exchange, Skype und SharePoint. "Wir hingegen können uns auf eine einzige Kommunikationslösung konzentrieren."

Dennoch: "Wir müssen Microsoft viel Respekt entgegenbringen, immerhin ist das ein riesiges Unternehmen mit einer langen Historie." Eine Übernahme durch den großen Konkurrenten kann sich Butterfield übrigens derzeit nicht vorstellen: "Wenn es für sie Sinn machen sollte, uns zu kaufen, macht es für uns Sinn, unabhängig zu bleiben." ron

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