Samsung Galaxy S8

Das soll das nächste Flaggschiff an Bord haben – und so könnte es aussehen

So könnte das neue Samsung-Flaggschiff aussehen.
© Sammobile
So könnte das neue Samsung-Flaggschiff aussehen.
Das Samsung Galaxy S8 wird das nächste Flaggschiff der Südkoreaner und nach dem Note-7-Debakel ein äußerst wichtiges Produkt. Was wir bisher über das S8 zu wissen glauben.
Bei Samsung ging es seit dem Galaxy S6 wieder richtig bergauf, mit der Galaxy S7-Serie (Test) konnte der südkoreanische Branchenprimus einen weiteren Erfolg hinlegen. Dann kam das Galaxy Note 7, mit dem Samsung sich gegen das iPhone 7 (Plus, Test) positionieren wollte. Das Phablet erhielt in den Tests Höchstnoten – Samsung hatte also erfolgreich abgeliefert. Doch dann kam der tiefe Fall: Zahlreiche Berichte über Überhitzungen des Akkus inklusive Brandgefahr und letztlich der kompletten Einstellung des High-End-Phablets.



Neben immensen Kosten und sinkendem Gewinn, die auf Samsung durch den Rückruf und das Ende des Note 7 zukommen, ist der Imageschaden noch als weitaus größer zu bewerten. Ein neues, besseres und vor allem auch sicheres Smartphone muss es wieder richten: Auf dem Samsung Galaxy S8, das laut Samsung das nächste Topmodell wird, lasten entsprechend hohe Erwartungen.

Obwohl es noch eine Weile hin ist, bis das Galaxy S8 vorgestellt wird, kursieren schon viele Gerüchte und Details über das Smartphone-Flaggschiff. Eigentlich sollten wir besser im Plural vom S8 schreiben, denn es werden abermals zwei Modelle erwartet. Die beiden Geräte sollen die Codenamen Dream und Dream2 tragen und die Modellnummern SM-G950 und SM-G955 besitzen.
Case-Leak: So könnte das Samsung Galaxy S8 aussehen.
© Mobilefun, via Sammobile
Case-Leak: So könnte das Samsung Galaxy S8 aussehen.
Den jüngsten, plausiblen Gerüchten zufolge, werden die neuen Galaxy-S8-Modelle von Grund auf neu gestaltet – nach zwei Jahren mit einem leicht geänderten, aber raffinierten Design, ist es auch wieder an der Zeit. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass Apple 2017 das zehnjährige iPhone-Jubiläum feiert und mit dem iPhone 8sehr wahrscheinlich ein rundum neu gestaltetes Smartphone präsentieren wird. Samsung muss also ordentlich vorlegen.
Ein weiterer Case-Leak soll das nahezu randlose Samsung Galaxy S8 zeigen – der Blitz sitzt dort wo er sollte.
© GSM Arena
Ein weiterer Case-Leak soll das nahezu randlose Samsung Galaxy S8 zeigen – der Blitz sitzt dort wo er sollte.
Genau das scheint auch der Fall zu sein – wenn es denn stimmt, was die südkoreanische Zeitung ET-News schreibt. Die Front der Galaxy S8-Modelle soll aus einem alles abdeckenden Display-Element bestehen – es soll gewissermaßen ein Voll-Display-Smartphone ganz ohne Bezel werden. Der markante Hardware-Homebutton wird vermutlich durch einen virtuellen Button im unteren Bereich des Displays ersetzt – das berichtete zuletzt auch Sammobile. Der Fingerabdruck-Sensor soll dennoch erhalten bleiben und durch das Display-Glas hindurch funktionieren – das Galaxy S8 könnte das erste Smartphone mit dem jüngst vorgestellten Fingerabdrucksensor von Synaptics werden. Konkurrent Apple hat ähnliche Pläne – ein entsprechendes Patent ist schon aufgetaucht.
Vorbild Sharp? Die Japaner haben Anfang Oktober ein Smartphone beinahe ohne Rahmen gezeigt – das Galaxy s8 soll ein ähnliches Design mit sich bringen.
© The Verge
Vorbild Sharp? Die Japaner haben Anfang Oktober ein Smartphone beinahe ohne Rahmen gezeigt – das Galaxy s8 soll ein ähnliches Design mit sich bringen.
Mit dem Galaxy S8 könnte Samsung die klassischen Smartphones, bei denen das Display nur auf der Front verbaut ist, Geschichte werden lassen. Denn man munkelt, dass das Unternehmen beide Modelle – ein größeres mit 5,5 Zoll-Display und ein kleineres – mit einem Edge-Display versehen will. Damit schmiegt sich der Screen wie beim S7 edge und dem Note 7 um die Gehäuseseiten.
Passend fürs Galaxy S8: Samsung hat im Sommer 2016 ein 4K-Display vorgestellt.
© UploadVR
Passend fürs Galaxy S8: Samsung hat im Sommer 2016 ein 4K-Display vorgestellt.
In Sachen Displayauflösung soll Samsung Gerüchten zufolge beim kleinen 5,1-Zoll-Modell auf ein WQHD-Display mit 2.560 x 1.440 Pixeln (oder auch 2K) setzen, beim 5,5-Zoller wird gar ein 4K-Display (3.840 x 2.160 Pixel mit 806 ppi) erwartet – letzten Informationen zufolge soll Samsung aber bei beiden Modellen bei der WQHD-Auflösung bleiben, da die Technologie noch nicht so weit gediehen ist. Allerdings soll Samsung erneut die Displayqualität anheben: statt einer Pentile-Matrix, soll auf ein RGB-Layout gesetzt werden. Davon dürfte einerseits der Stromverbrauch profitieren, andererseits soll auch die Lebensdauer erhöht werden. Eine 4K-Auflösung wäre für VR-Inhalte allerdings durchaus willkommen.
Andere Quellen sprechen sogar von noch größeren Displaydiagonalen, mit denen insbesondere Note-7-Kunden abgeholt werden sollen: Die Standardausführung des S8 soll über ein 5,7-Zoll-Display verfügen, beim größeren „Galaxy S8 Plus“ könnten es möglicherweise sogar 6,2 Zoll werden. Durch die kompaktere, rahmenlose Bauform sollen die Abmessungen sich trotzdem nicht merklich von den 2016er S7-Modellen unterscheiden.
Die App-Shortcuts kommen mit Android 7.1.1 Nougat auf alle Geräte
© t3n
Die App-Shortcuts kommen mit Android 7.1.1 Nougat auf alle Geräte
Weiter halten sich die Gerüchte, dass Samsung in Apples Fußstapfen treten könnte und seinen Flaggschiff-Smartphones druckempfindliche Displays wie bei Apples Force Touch verabreicht. Mithilfe dieser Funktion ist es beim iPhone 6s und 7 möglich, auf sekundäre Funktionen direkt vom Homescreen zuzugreifen, ohne sich umständlich durch das Menü der Apps zu hangeln. Es ist aber genauso möglich, dass Samsung auf die in Android 7.1 integrierten App-Shortcuts zurückgreift, die keinerlei zusätzliche Hardwareanforderungen voraussetzen. Diese Funktion können alle Hersteller von Android-Smartphones und -Tablets mit dem Update auf Android 7.1.1 Nougat auf ihre Hardware bringen.
Qualcomms Clear-Sight-Technologie könnte im Samsung Galaxy S8 zu finden sein.
© Qualcomm
Qualcomms Clear-Sight-Technologie könnte im Samsung Galaxy S8 zu finden sein.
Seit längerer Zeit wird spekuliert, dass Samsung eine Dual-Kamera verbauen könnte, um eine noch bessere Bildqualität aus den kleinen Sensoren herauskitzeln und durch gespeicherte Tiefeninformationen nachträglich den Fokus ändern zu können. Eine Inspiration dafür könnten auch LG, Huawei oder Apple mit seinem iPhone 7 Plus dargestellt haben. Laut Sammobile soll Samsung rückseitig einen 12- und 13-Megapixel-Sensor verbauen, andere Quellen berichten von einer Kombination aus einer 16- und einer Acht-Megapixel-Kamera. Für die Dual-Kamera könnte beispielsweise die Clear-Sight-Technologie von Samsungs engem Partner Qualcomm zum Einsatz kommen – das ist aber reine Spekulation unsererseits.


Ein neuer Bericht besagt wiederum, dass Samsung möglicherweise einem einfachen Sensor-Setup treu bleibt, oder wie Apple nur beim großen Modell auf eine Dual-Kamera setzt. Frontseitig kommt letzten Berichten zufolge eine Acht-Megapixel-Kamera mit Autofokus zum Einsatz, den Samsung „Smart-AF“ nennen könnte.

Apropos Qualcomm: Samsung wird wie in diesem Jahr abermals an der Produktion des nächsten High-End-Chips von Qualcomm, dem Snapdragon 835beteiligt sein. Dieser wird wie der nächste hauseigene Exynos-Chip 8895 im Zehn-Nanometer-Verfahren gefertigt werden und dadurch unter anderem besonders stromsparend sein. Der neue Exynos-Chip scheint einem aufgetauchten Benchmark zufolge mit 70 Prozent mehr Leistung aufzuwarten als der 8890-Chip, der im Galaxy S7 verbaut ist. Außerdem könnte er mit bis zu drei Gigahertz getaktet sein. Beim Arbeitsspeicher könnte Samsung LPDDR4-Riegel in Zehn-Nanometer-Bauweise mit bis zu sechs Gigabyte verbauen – entsprechende Speicher hatte der Konzern im Oktober vorgestellt. Der interne Flashspeicher soll bis zu 256 Gigabyte groß sein.

Schenkt man einem Bericht des Magazins Digital Music New Glauben, so könnte nach Apple auch Samsung der 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse einen Todesstoß versetzen. Das Medium will erfahren haben, dass Samsung auf einen proprietären Audioanschluss setzen will. Wir halten diese Meldung in dieser Form allerdings für wenig glaubhaft.

Stattdessen könnte Samsung auf den neuen USB-Typ-C-Audio-Standard setzen. Damit würde der USB-Typ-C-Port, auf den Samsung seit dem Note 7 setzt, weitere Funktionen erhalten. Wie die ausgezeichnet vernetzten Blogger von Sammobile erfahren haben, scheint auch genau das der Fall zu sein – der USB-Typ-C-Anschluss gilt als sicher. Ob das auch das Ende des Audioports bedeutet, bleibt ungewiss, denn GSM Arena berichtet, dass die Audiobuchse bleiben könnte. Kleiner Trost: Das Galaxy S8 soll Stereolautsprecher erhalten – ob sie schon von Harman stammen, ist indes noch ungewiss. Wir erinnern uns: Samsung hatte Mitte November angekündigt, das Unternehmen übernommen zu haben.

Dass das Galaxy S8 mit Android 7.1.1 Nougat und der hauseigenen Nutzeroberfläche Touchwiz – mittlerweile offenbar in Samsung-Experience umbenannt – kommen wird, dürfte nahe liegen. Interessanter wird es bei den weiteren Funktionen: Neben der der eigenen VR-Lösung „Gear VR“ dürfte auch Googles Daydream-View-Support an Bord sein, sodass das Galaxy S8 beide VR-Plattformen verwenden kann.

Darüber hinaus wird Samsung einen neuen Sprachassistenten integrieren. Das nicht sonderlich gute S-Voice wird gestrichen und gegen den jüngst gekauften digitalen Assistent Viv ausgetauscht. Dieses Detail hat Samsung sogar offiziell bestätigt. Viv, der von Samsung Bixby genannt wird, ist ein neuer digitaler Assistent der Siri-Erfinder, der interessanterweise laut Entwicklern ein „intelligentes Interface für alles“ sein soll. Es ist also durchaus möglich, dass der Google Assistant, Googles Weiterentwicklung von Google Now mit künstlicher Intelligenz, nicht auf dem Galaxy S8 landen wird. WieSammobile berichtet, wird Bixby offenbar mindestens für die hauseigenen System-Apps genutzt werden.

Auch wenn Samsung jetzt aufgrund des Note-7-Fiaskos eine große Lücke zu füllen hat, gehen wir davon aus, dass die neuen Galaxy-S8-Modelle nicht vor Ende Februar das Licht der Welt erblicken werden. Die Smartphone-Topmodelle sollten idealerweise bestens auf ihre Sicherheit geprüft und nicht überhastet auf den Markt gebracht werden.
Angesichts dessen, dass Samsung in den letzten Jahren seine Smartphone-Flaggschiffe im Vorfeld eines Unpacked-Events in Barcelona zum Mobile World Congress (MWC) enthüllt hat, könnte das aus Tradition im nächsten Jahr auch der Fall sein. Ein mutmaßlicher Teaser für das Event ist schon aufgetaucht – ob der aber tatsächlich direkt von Samsung stammt, darf angezweifelt werden. Andere Quellen tippen auf eine spätere Vorstellung im April. Ein weiterer Hinweis auf eine spätere Vorstellung stammt aus Südkorea: diesem zufolge könnte Samsung sein S8 auf einem gesonderten Event im April in New York enthüllen. Möglich ist aber auch, dass Samsung das Galaxy S8 schon zum MWC vorstellt, der globale Marktstart erst im April erfolgt.

Eines ist indes sicher: Das nächste Jahr wird für Samsung extrem wichtig. Das zeigen auch die zuletzt aufgetauchten Erwartungen an die für 2017 erwarteten Umsätze: das Unternehmen will nächstes Jahr einen operativen Gewinn von 25 Milliarden US-Dollarerzielen. Dieser höhere Umsatz könnte unter anderem durch einen höheren Verkaufspreis erzielt werden – angeblich sollen die S8-Modelle um 20 Prozent teurerwerden als die aktuelle Galaxy-S-Reihe.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf t3n.de
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