Roboter, KI & Co

Das sind die spannendsten Hingucker auf der Hannover Messe

Roboter spielen eine große Rolle auf der Hannover Messe
© Hannover Messe
Roboter spielen eine große Rolle auf der Hannover Messe
Immer sparsamer, immer maßgeschneiderter, immer smarter und immer schneller: Selbstlernende Roboter und künstliche Intelligenz in der Produktion sind die Top-Themen der diesjährigen HannoverMesse. Das verändert auch die Arbeitswelt. Wofür das gut sein soll? An vielen Stellen wird das schon deutlich. Das sind die Schwerpunkte der weltgrößten Industriemesse:

Roboter-Mensch-Kooperation

Mensch und Roboter arbeiten in der Fabrik von morgen Hand in Hand - das wird bei der Leistungsschau der Industrie deutlich. "Die Akzeptanz wird vor allem dann bestehen, wenn es einfach und intuitiv ist", meint Manager Elias Knubben vom Automatisierungsspezialisten Festo.


Und das ohne Schutzzäune, erklärt Christian Tarragona vom Roboterhersteller Kuka. Denn der neue Kleinroboter, der für eine Traglast von drei Kilogramm ausgelegt ist, spürt es, wenn er irgendwo anstößt. Dann bleibe er stehen - reagiere also wie ein Mensch. Damit nicht genug: Der Roboter des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) nehme sogar seine Umgebung wahr und reagiere auf sie, sagt Prof. Björn Hein. Der Hintergrund: sogenannte multimodale Sensoren, die Bewegungen genauso bemerken wie Berührungen. Damit lasse sich die Sicherheit und Flexibilität der Produktion erhöhen, Roboter könnten Warnsignale auslösen oder abbremsen, wenn ein Sicherheitsabstand überschritten wird.

Künstliche Intelligenz

Sie geht einher mit dem Roboterthema und befähigt die mechanischen Helfer, selbst zu lernen, sich zu optimieren und auch dem Menschen anzupassen. Oder dem Menschen Dinge beibringen. Das kann der Tischtennis spielende Roboter "Forpheus" von Omron Electronics. Er kann eine Flut an Informationen so verarbeiten, dass er Ereignisse wie komplexe Bewegungen vorherzusehen vermag. Die Bahn des von seinem Gegenüber aufgeschlagenen Balls kann er mit 80 Berechnungen pro Sekunde präzise vorhersagen.




Daten, Daten, Daten

Große Aufmerksamkeit dürfte auch dem neuartigen Scanner des Unternehmens Pepperl und Fuchs gewiss sein, dass Menschen oder Gegenstände scannt und per Pixelwolke in Daten umwandelt. Sie sollen im industriellen Kontext eine individualisierte Produktion ermöglichen.


Automatisierung und Elektromobilität der Zukunft

Ein Hingucker ist das Vorserien-Modell eines Elektrokleinbusses, das ein Aachener Start-up mit ZF sowie der Unterstützung von Microsoft entwickelt hat. Er soll 2019 an den Start gehen und in bestimmten, genau ausgewiesenen Stadtbezirken mit Blick aufs autonome Fahren erprobt werden.

"Wir haben 72 Anfragen von Städten in Deutschland und aus anderen Staaten", sagt Geschäftsführer Günther Schuh, "aber leider haben wir nur 200 Fahrzeuge." Insgesamt 20 Städte werden ausgewählt für die knapp dreijährigen Pilotversuche, bei denen - zunächst noch mit Fahrer - vor allem Erkenntnisse gewonnen und Daten fürs autonome Fahren gesammelt werden sollen. Fest stehen bereits Aachen, München und Friedrichshafen. "Hannover hat sich auch sehr früh beworben, das ist aber noch offen", sagt Schuh. In den kommenden sechs Wochen soll die Entscheidung fallen.

Als große Hindernisse der E-Mobilität gelten die Reichweite der Elektroautos und die Ladeinfrastruktur. Das Unternehmen ABB zeigt ein neues Ladesystem, das mit Ladeleistungen bis 350 Kilowatt drei bis sechs Mal schneller lädt, wie ABB-Deutschland-Chef Hans-Georg Krabbe sagt. Oder anders ausgedrückt: "300 Kilometer in zwölf Minuten". Die Säulen seien an die Cloud angebunden, damit könne auch ein Abrechnungssystem integriert werden.

Logistik

Nicht nur die Industrie und ihre Fertigung werden immer stärker automatisiert, sondern auch die Logistik. Kleine Palettendrohnen oder Ultralifter bis hin zum elektrischen und autonom fahrenden Gabelstapler kreuzen künftig als Schwarm selbstständig durch die Lagerhallen - jedenfalls stellt sich das Toyota Material Handling so vor. SAP überwacht zudem die Fahrzeuge - wie ist die Energieleistung, ist eine Wartung nötig?


Arbeitswelt

Immer wieder werden Ängste laut, die immer stärkere Vernetzung und die Roboter könnten Arbeitsplätze kosten. Auf der Messe geht es mehr darum, den Menschen zu entlasten und von stupiden, langweiligen Arbeiten zu befreien. Maschinen und Menschen werden enger zusammenarbeiten, wie Prof. Detlef Zühlke sagt, der Initiator und Vorstandschef von SmartFactory KL. Die Ängste seien aber nicht begründet: "Es ist weiter der Mensch, der die Dinge bestimmt." Der Mensch werde also nicht von der Technik ersetzt, müsse aber lernen mit ihr umzugehen. Es gehe um Höherqualifizierung. dpa
stats