QR-Code

Twitter startet Snapchat-ähnliche Funktion

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So sieht der von Twitter generierte QR-Code aus
© HORIZONT
So sieht der von Twitter generierte QR-Code aus
Twitter sucht nach neuen Ideen. Zuletzt lief das neu eingeführte Werbeformat "Promoted Sticker" mäßig an. Besonders die hohe Summe von mindestens 500.000 US-Dollar, die Werbungtreibende als Budget aufwenden müssen, stieß auf heftige Kritik. Jetzt hat sich Twitter offenbar bei Snapchat umgeschaut und den QR-Code für sich entdeckt.
Smarphone-Nutzer können sich ab sofort in der Twitter-App ihren persönlichen QR-Code anzeigen lassen. Dieser versteckt sich in den Einstellungen und kann mit wenigen Klicks aufgerufen werden: Über das Zahlenrad-Symbol (iOS) beziehungsweise das Navigationsmenü-Symbol (Android) ist die Grafik zu finden. Die neue Funktion zeigt nicht nur den eigenen Code an, sondern liefert praktischerweise gleich einen QR-Scanner mit. Das schwarz-weiße Bildchen kann bequem in der Fotomediathek abgespeichert oder gleich getweetet werden. Auf dem Code, der die Farben bei jedem neuen Aufruf wechselt, ist auch das Profilbild des Users abgebildet.
So sieht der von Twitter generierte QR-Code aus
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So sieht der von Twitter generierte QR-Code aus
Mit der neuen Funktion sollen Twitterer dazu angeregt werden, sich schneller und einfacher zu vernetzen. Das klappt allerdings nur zeitlich begrenzt und ist von Profilaktualisierungen abhängig: Lädt man ein neues Profilbild hoch, ändert sich zwar ebenfalls das Bild im neu erzeugten QR-Code. Ältere Versionen sind dennoch lesbar. Entscheidet man sich allerdings für einen neuen Nutzernamen, wird ein neuer QR-Code generiert. Ältere Exemplare sind fortan ungültig.


Es ist nicht das erste Mal, dass sich Social-Media-Plattformen bei Snapchat Funktionen abschauen. Anfang August führte Instagram die "Stories"-Funktion ein, die dem Format bei Snapchat nahezu komplett gleicht. Letzte Woche wurde bekannt, dass Facebook die Funktion in ähnlicher Weise im Whatsapp-Messenger integrieren möchte. Unter dem Titel "Status" sollen Fotos und Videos für 24 Stunden als Statusanzeige verwendet werden. Snapchat steht nicht ohne Grund derart im Fokus: Bereits im kommenden März könnte das Unternehmen an die Börse gehen. Die Werbeeinnahmen der Foto-App liegen nahezu gleichauf mit dem größten Rivalen Facebook.

Zuletzt kriselte es heftig bei Twitter. Das Unternehmen ist zwar weiterhin beliebt, kämpft aber mit verlangsamtem Wachstum. Vor einer Woche verließ Finanzchef Adam Bain überraschend den Kurznachrichtendienst. Auch Übernahmeangebote waren Medienberichten zufolge im Sande verlaufen: So sagte Salesforce den Kauf von Twitter ab. Laut Medienberichten sollen Google, Microsoft, Apple und Walt Disney ebenfalls im Gespräch gewesen sein. kn
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