Patentantrag

Warum Amazon mobile Drohnen-Stationen auf Lastwagen, Zügen und Booten plant

Amazon-Drohne
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Schon seit Längerem testet Amazon die Auslieferung durch Drohnen. Ein aktueller Patentantrag des Unternehmens verrät nun, wie der E-Commerce-Riese die Wartung und Reparatur der fliegenden Paketboten umsetzen will. Demnach arbeitet Amazon an mobilen Drohnen-Stationen, die sich auf Zügen, in Lastwagen oder auf Booten befinden sollen.
Der Patentantrag, der am 1. August beim US-Patentamt eingereicht wurde und als erstes von Business Insider aufgespürt wurde, beschreibt detailliert, wie die Logistik rund um die Drohnen-Auslieferung ablaufen könnte. Im Mittelpunkt von Amazons Plänen stehen demnach Container, in denen ein System untergebracht ist, das Drohnen repariert und wartet. Diese Container wiederum sollen auf Zügen, Booten oder Lastwagen platziert werden.
Die mobilen Drohnen-Stationen könnten auch auf Lastwagen platziert werden
© Amazon/USPTO
Die mobilen Drohnen-Stationen könnten auch auf Lastwagen platziert werden
Mit den mobilen Drohnen-Stationen könnte Amazon wohl ein zentrales Problem aus dem Weg schaffen. Denn genau wie in der regulären Luftfahrt gilt für Amazons Geschäft mit Lieferdrohnen: Wenn die Vögel nicht in der Luft sind, bringen sie dem Unternehmen kein Geld ein. In den Containern sollen künftig die Batterien der Fluggeräte gewechselt und - auch während der Fahrt - defekte Flieger repariert werden. Dann müssten diese nicht in ein zentrales Wartungslager zurückfliegen. Darüber hinaus spart sich Amazon auf diese Weise hohe Gebäudemieten in Ballungszentren.


Ob die im Patentantrag beschriebenen Pläne tatsächlich auch realisiert werden, ist ungewiss. Tech-Unternehmen wie Amazon melden jedes Jahr Tausende solche Pläne an, von denen aber nicht alle auch umgesetzt werden. Dennoch ist an ihnen abzulesen, wie ernst es der Konzern mit der Drohnen-Technologie meint.

Im Dezember vergangenen Jahres lieferte Amazon erstmals die Bestellung eines Kunden mit Hilfe einer vollautomatischen Drohne aus. In Großbritannien erhielt ein Mann in Cambridge einen "Fire-TV"-Videostreaming-Stick und eine Tüte Popcorn innerhalb von 13 Minuten nach Abgabe der Order, wie Amazon-Chef Jeff Bezos damals über Twitter verkündete. Zunächst sollen zwei Kunden in der Gegend bedient werden, dann "Dutzende", später "Hunderte", kündigte Amazon ohne Zeitangaben an.


Damals wurde das zunächst für einen Werbe-Gag gehalten. Inzwischen hat Amazon mit "Prime Air" auch schon einen Namen für den Service. Nach bisherigen Angaben sollen die Amazon-Drohnen Päckchen mit einem Gewicht von bis zu 2,3 Kilogramm binnen 30 Minuten transportieren. Für Deutschland forscht der E-Commerce-Riese mit der TU Graz am Thema Drohnenlieferung. "Natürlich mutet das futuristisch an, aber für die schnelle Zustellung außerhalb der Ballungsräume ist die Drohne vielleicht die effizienteste Lösung", äußert sich Amazons Deutschlandchef Ralf Kleber im Tagesspiegel. "Die Innenstädte sind auch durch den Lieferverkehr immer öfter verstopft, aber im Luftraum zwischen 50 und 100 Metern fliegt außer ein paar Amseln nichts." ron

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