Neue Tools und Anzeigenformate

So konsequent treibt Google den mobilen Wandel voran

   Artikel anhören
Jerry Dischler ist bei Google Vice President für den Bereich Search Ads
© Google
Jerry Dischler ist bei Google Vice President für den Bereich Search Ads
Alle Aufmerksamkeit auf Mobile: Bei seinem EMEA-Performance-Summit in Dublin hat der Suchmaschinenkonzern Google seine Wachstumspläne für Werbung auf Smartphones konkretisiert, nachdem er erst Anfang dieser Woche den Mobile Index zu seinem Hauptindex gemacht hat. HORIZONT hat am Rande der Veranstaltung, zu der 100 der führenden Werbungtreibenden und Agenturen im Bereich Performance-Marketing aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika teilnehmen, mit Suchanzeigen-Chef Jerry Dischler gesprochen.
Das rasante Wachstum von Mobile, das zuletzt Googles Produktchef Sridhar Ramaswamy im Interview mit HORIZONT skizziert hat, nimmt der Vice President für den Bereich Search Ads nun zum Anlass, einige neue Produkte vorzustellen, mit denen Google die Herausforderungen, die kleine Displays und Touch-Bedienung mit sich bringen, meistern will. „Wir wollen das mobile Internet so schnell und brauchbar wie möglich machen, damit sowohl Nutzer als auch Werbungtreibende die bestmöglichen Erfahrungen machen. Davon profitiert letztlich auch Google", sagt Dischler.



Konkret geht es um folgende Neuerungen: Auf Testmysite.withgoogle.com kann fortan jeder Website-Betreiber sein eigenes Angebot auf den Prüfstand stellen und herausfinden, wie es sich in den Kategorien Benutzerfreundlichkeit und Mobile- und Desktop-Geschwindigkeit schlägt. Zusätzlich hält die Microsite einfach umzusetzende Verbesserungsvorschläge parat, etwa hinsichtlich einer möglichen Komprimierung oder der Optimierung von Bildern. „Wir wollen es Website-Betreibern ermöglichen, die Performance ihrer Angebote zu verbessern, ohne selbst Programmierer sein zu müssen“, sagt Dischler.


„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Menschen sehr wohl an Informationen zu Produkten oder Unternehmen interessiert sind, aber keine aufdringliche Werbung wollen“
Jerry Dischler, Google
Google also, der Freund und Helfer. So uneigennützig wie es klingt ist der Service des Internetkonzerns natürlich auch an dieser Stelle nicht. Wenn neun von zehn Menschen angeben, dass sie eine mobile Site verlassen, wenn sie dort nicht sofort finden, was sie suchen, dann schadet es schließlich nicht nur der Marke beziehungsweise den Machern der mobilen Site, sondern auch dem Konzern, der dort möglichst wirksame Werbung verkaufen will. „Wenn unsere Nutzer und unsere Kunden zufrieden sind, dann sind wir auch zufrieden“, sagt Dischler – und hat damit natürlich auch irgendwie Recht.



Dass die Nutzer, die immer häufiger über das Smartphone online gehen, auch dort von Werbungtreibenden erfolgreich angesprochen werden können, sollen sogenannte Click-to-Message-Ads gewährleisten. Dabei handelt es sich um eine Anzeigenerweiterung, die es dem User ermöglicht, das jeweilige Unternehmen per SMS zu kontaktieren. Nutzer, die Werbung mehr oder weniger selbst anfordern? Für den Google-Manager ist das nicht so abwegig wie es klingt: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Menschen sehr wohl an Informationen zu Produkten oder Unternehmen interessiert sind, aber keine aufdringliche Werbung wollen.“ Die mobilen Anzeigen seien für viele oft der erste Eindruck, der von einem Unternehmen vermittelt werde. Deshalb sei es so wichtig, Lösungen zu finden, durch die der Nutzer mit relevanten Informationen versorgt wird.


Als dritte Neuerung kündigt Dischler die sogenannte Preiserweiterung an, mit der Nutzer besser und schneller vergleichen können. Der Adwords-Nutzer kann seine Preise für Produkte oder Dienstleistungen direkt in seinem Konto einpflegen, was zu einer deutlichen Vergrößerung der Anzeige führt und infolge dessen auch deren Sichtbarkeit deutlich erhöhen sollte.


Die mobilen Websites des deutschen Einzelhandels schneiden in der Google-Untersuchung mit einer Ladezeit von durchschnittlich 3,6 Sekunden am besten ab - Luft nach oben gibt es dem Suchmaschinenkonzern zufolge trotzdem
© Google
Die mobilen Websites des deutschen Einzelhandels schneiden in der Google-Untersuchung mit einer Ladezeit von durchschnittlich 3,6 Sekunden am besten ab - Luft nach oben gibt es dem Suchmaschinenkonzern zufolge trotzdem
In Dublin stellt Google außerdem einige Forschungsergebnisse vor. Hierfür hat der Konzern 316 mobile Websites aus der Reise-, Einzelhandels- und Finanzbranche in ganz Europa ausgewertet. Für die Erstellung einer interessensunabhängigen Liste mit zu überprüfenden Websites hat das Unternehmen auf öffentlich verfügbare Daten von Similarweb zurückgegriffen, um die Top 20 der Transaktionswebsites in den jeweiligen Ländern (UK, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Spanien, Italien und Schweden) und in jedem Sektor (Einzelhandel, Reisen und Finanzen) festzulegen.


Die wichtigsten Erkenntnisse: 30 Prozent der Nutzer erwarten, dass Seiten innerhalb von maximal einer Sekunde geladen werden; 18 Prozent betonen, dass sie auf ein sofortiges Laden der Seite achten. Und schlechte Erfahrungen haben in der Regel Folgen: 61 Prozent aller Kunden, die eine nicht mobil optimierte Website besuchen, gehen wahrscheinlich zur Konkurrenz. 45 Prozent der Befragten besuchen ein Angebot wahrscheinlich nicht mehr, wenn dieses nicht leistungsfähig genug war. Dischler fügt eine weitere spannende Erkenntnis dazu: „Wir arbeiten schon lange an einer kombinierten Online-Offline-Messung. Das ist vor allem für Unternehmen, die auf vielen Kanälen aktiv sind, spannend, wenn sie wissen wollen, welche Auswirkungen eine Online-Anzeige auf den Abverkauf im Geschäft hat. Etwas, das wir jetzt schon sagen können, ist: Die Performance in der Onlinesuche wird von den meisten deutlich unterschätzt.“ kan
Themenseiten zu diesem Artikel:
stats