Neue Technik

Wie Google das klobige VR-Headset verschwinden lässt

   Artikel anhören
Google lässt das VR-Headset verschwinden
© Google
Google lässt das VR-Headset verschwinden
Es ist eine der großen Herausforderungen von Virtual Reality: Während sich die eine Person hinter der Datenbrille in der virtuellen Welt vergnügt, können Außenstehende weder das virtuelle Geschehen verfolgen, noch die Gesichtsausdrücke des anderen betrachten. Das Gadget verdeckt den Blick darauf. Eine neue Technik aus dem Hause Google soll dieses Problem lösen - indem sie die klobige Datenbrille einfach verschwinden lässt.
Für die Pionier-Arbeit hat sich Googles Forschungsarm mit der VR-Abteilung Daydream Labs und den Youtube-Spaces zusammengetan. Entstanden ist eine Technik, mit der ein Außenstehender die Gesichtsausdrücke der Person sehen kann, die sich gerade in der virtuellen Welt befindet. Das ist möglich, weil die klobige Datenbrille schlicht und einfach virtuell entfernt wird.



In einem Blogpost erklären der Wissenschaftler Vivek Kwatra und die beiden Software-Entwickler Christian Frueh und Avneesh Sud, wie diese Technik im Detail funktioniert. Zuerst wird die Person mit der VR-Brille auf der Nase vor einem Green-Screen gefilmt und ihre Bewegungen von einer Kamera getrackt. Danach kann das Bild in die virtuelle Welt übertragen werden. Eine außenstehende Person kann in dem Video schließlich die VR-Brille-tragende Person in der virtuellen Welt betrachten und so zeitgleich nachvollziehen, wie es dort aussieht. Und das, ohne selbst eine VR-Brille aufsetzen zu müssen.
Dennoch blockiert die klobige Datenbrille noch immer die Sicht auf das Gesicht des Anwenders. Auch dieses Problem will Google gelöst haben, indem zuerst ein digitaler Scan des Gesichts gemacht wird. Danach wird aus den Daten ein animiertes 3D-Modell des Gesichts erschaffen, welches sogar die genaue Augenbewegungen abbilden kann. Dieses 3D-Modell wird in einem letzten Schritt schließlich anstelle der VR-Brille eingeblendet. Ein Außenstehender kann nun die Gesichtsausdrücke der Person in der virtuellen Welt betrachten.

Google will Virtual Reality mit dieser Anwendung eine sozialere Note verpassen. Zukünftig könnten mit dieser Technik etwa VR-Konferenzen möglich sein, in denen man sich gegenseitig ins Gesicht blicken kann. Auch Multiplayer-Erlebnisse im Gaming-Bereich sind denkbar. ron
stats