Musikstreamingdienst

Soundcloud geht offenbar das Geld aus

   Artikel anhören
Soundcloud will endlich Geld verdienen.
© Soundcloud
Soundcloud will endlich Geld verdienen.
Soundcloud steht das Wasser angeblich bis zum Hals. Erst vergangene Woche verkündete der Musikstreamingdienst drastische Sparmaßnahmen und die Entlassung zahlreicher Mitarbeiter. Doch die liquiden Mittel reichen offenbar nur bis zum 4. Quartal. Das berichtet Techcrunch. 
Das Unternehmen gab vergangene Woche bekannt, dass man zwei von vier Standorten schließen und 173 Mitarbeiter entlassen müsse - rund 40 Prozent der Belegschaft. Die beiden Gründer von Soundcloud, Alex Ljung und Eric Wahlforss, erklärten den Mitarbeitern die Sparmaßnahmen laut Techcrunch in einer Videokonferenz. Doch auch diese drastischen Einschnitte verschaffen dem Unternehmen offenbar nur ein wenig Luft. Soundcloud teilte mit, dass die Finanzierung nach den Entlassungen bis zum vierten Quartal gesichert sei. Wie es danach weitergeht, ist offen. 

Soundcloud schreibt bislang rote Zahlen, was bei Start-ups allerdings nicht ungewöhnlich ist. 2015 lag das Minus bei 51 Millionen Euro, ein Jahr zuvor bei 39 Millionen Euro. Jüngere Zahlen gibt es nicht. In einem Blogeintrag zu den Sparmaßnahmen schrieb Mitgründer Ljung, Soundcloud habe den Umsatz in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Der Musikdienst hat eigenen Angaben zufolge rund 175 Millionen Nutzer weltweit.

Ljung betonte zudem, dass man unabhängig bleiben wolle. Im vergangenen Jahr hatte der schwedische Musikstreamingdienst Spotify Interesse an einer Übernahme von Soundcloud signalisiert, aber wegen des geplanten Börsengangs später abgewunken. Bei einer Finanzierungrunde im vergangenen Jahr wurde das 2008 gegründete Unternehmen mit rund 700 Millionen Dollar bewertet. dh
stats