Musikstreamingdienst

Soundcloud braucht offenbar dringend Geld - oder einen Käufer

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Die Soundcloud-Gründer Alex Ljung und Eric Wahlforss.
© Soundcloud
Die Soundcloud-Gründer Alex Ljung und Eric Wahlforss.
Das Berliner Start-up Soundcloud zieht Medienberichten zufolge einen Verkauf in Erwägung. Der Musikstreamingdienst war bei der letzten Investorensuche leer ausgegangen und ist jetzt offenbar weitaus weniger wert als die vor einigen Monaten noch angepeilten 700 Millionen Dollar. Doch potenzielle Käufer sind nicht mehr interessiert.
Wie unter anderem "Recode" berichtet, ist Soundcloud bereits seit vergangenem Sommer auf der Suche nach 100 Millionen US-Dollar Risikokapital - jedoch bislang ohne Erfolg. Auch Übernahme-Gespräche mit Google und Spotify seien zuletzt im Sande verlaufen, heißt es. Das hat zur Folge, dass Soundcloud mittlerweile sehr viel weniger Wert sein könnte, als die 700 Millionen US-Dollar, die noch vor ein paar Jahren bei der letzten Finanzierungsrunde ausgeschrieben wurden. Das Berliner Start-up hole sich Angebote ein, die zumindest das bisher eingesammelte Risikokapital von 250 Millionen Dollar abdecken.



Ende vergangenen Jahres wurden erste Stimmen laut, der Branchenprimus Spotify befinde sich in "fortgeschrittenen Gesprächen" mit dem Berliner Start-up über einen Verkauf. Obwohl mit der Akquisition der Druck auf Wettbewerber Amazon und Apple deutlich erhöht werden könnte, zeigt das schwedische Unternehmen mittlerweise kein Interesse mehr. Die Schweden peilen im kommenden Jahr den Gang aufs Parkett an und würden laut Medienberichten offenbar fürchten, dass eine millionenschwere Übernahme wie die von Soundcloud diese Pläne beeinflussen könnten. Soundcloud hat in den vergangenen Monaten einige Versuche unternommen, sich für Werbungtreibende und Investoren aufzuhübschen. Seit Mitte Februar vertreiben die Berliner ihr globales Audio- und Video-Inventar voll automatisiert - dafür hat sich Soundcloud mit dem kalifornischen Tech-Unternehmen Rubicon Project zusammengetan, welches einen der größten Werbemarktplätze weltweit betreibt. Im Dezember 2016 führte Soundcloud in Deutschland seinen kostenpflichtigen Abo Service namens Soundcloud Go ein, um den Wettbewerbern Amazon und Spotify das Feld streitig zu machen. ron
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