Musikstreaming

Spotify hat das Interesse an Soundcloud verloren

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Spotify ist Marktführer in der Musikstreaming-Branche.
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Spotify ist Marktführer in der Musikstreaming-Branche.
Ende September äußerte Spotify noch großes Interesse an dem deutschen Start-up Soundcloud. Doch aus der geplanten Übernahme wird wohl nichts: Medienberichten zufolge will Spotify nun doch kein Kaufangebot unterbreiten und ist aus den seit Monaten laufenden Verhandlungen ausgestiegen.
Vor zwei Monaten wurden Stimmen laut, der schwedische Branchenprimus befinde sich in "fortgeschrittenen Gesprächen" mit dem Berliner Start-up. Spotify sei bereit gewesen, sich den Deal stolze 700 Millionen US-Dollar kosten zu lassen, um die Wettbewerber wie Amazon und Apple weiter unter Druck zu setzen. Mit einer Übernahme hätte sich der schwedische Streamingdienst als Marktführer weiter von der Konkurrenz absetzen und vor allem sein Angebot stark ausbauen können: Soundcloud verfügt über mehr als 135 Millionen Songs.

Grund für den Abbruch der Verhandlungen sind laut "Techcrunch" Spotifys ambitionierte Börsenpläne. Die Schweden peilen nämlich im kommenden Jahr den Gang aufs Parkett an und würden offenbar fürchten, dass eine millionenschwere Übernahme wie die von Soundcloud diese Pläne beeinflussen könnten. Insidern zufolge wolle sich das Unternehmen keine zusätzlichen Lizenz-Verhandlungen aufbürden.


Soundcloud positioniert sich derweil auch in Deutschland als Spotify-Konkurrenz. Am Mittwoch startete das Start-up hierzulande den Abo-Service "Go" und bietet für knapp 10 Euro pro Monat einen werbefreien Zugriff auf das Musik-Angebot an. Dabei kann das Unternehmen um CEO Alexander Ljung vor allem mit seinen 135 Millionen Titeln protzen, beim Preis hat sich Soundcloud aber beim Marktstandard orientiert - die Angebote von Spotify, Amazon, Deezer und Tidal kosten genauso viel. ron
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