Millionen-Finanzierung

Wie das Berliner Tech-Start-up Uberall den US-Rivalen Yext angreift

Die beiden Uberall-Gründer David Federhen (l.) und Florian Hübner
© Uberall
Die beiden Uberall-Gründer David Federhen (l.) und Florian Hübner
Wenn es um Location-Marketing geht, führt kein Weg vorbei am börsennotierten und marktführenden US-Unternehmen Yext. Doch ein deutsches Technologie-Start-up aus Berlin will dem Wettbewerber aus Übersee nun auf die Pelle rücken und hat heute den Abschluss einer millionenschweren Finanzierungsrunde bekannt gegeben: Uberall. Was steckt hinter der jungen Firma, der bereits namhafte Kunden wie Deutsche Post, Vodafone und Douglas vertrauen?

Egal ob Öffnungszeiten der Post oder der Standort des Einkaufszentrums: Informationen über den lokalen Einzelhandel beziehungsweise über lokale Dienstleister holen sich immer mehr Menschen im Internet. Uberall wurde 2013 von David Federhen und Florian Hübner quasi als Antwort auf diese zunehmend digitale Customer Journey im lokalen Einzelhandel gegründet und hat sich seitdem zu einem der größten Location-Marketing-Anbieter entwickelt.



Mit ihrer inhouse entwickelten Location Marketing Cloud wollen die Haptstädter lokale Einzelhändler und Dienstleister weltweit dabei unterstützen, Daten und Informationen zu ihren Standorten zentral zu verwalten, anzureichern und kontrolliert zu publizieren. Heißt konkret: Die cloud-basierte Plattform von Uberall optimiert die Auffindbarkeit bei der Online-Suche in allen wichtigen globalen Verzeichnissen, sozialen Netzwerken sowie Karten- und Navigationsdiensten. Zudem analysiert die Software Nutzerfeedback wie Bewertungen und Kommentare zu einzelnen Standorten und erlaubt es, direkt mit Kunden in Kontakt zu treten.

Und das kommt bei Risikokapitalgeber offensichtlich gut an. Heute hat Uberall den Abschluss einer Finanzierungsrunde über rund 25 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Als neuer Shareholder steigt der internationale Growth Fund HPE Growth Capital ein, der die Runde anführt. Uberalls Seed-Investoren Project A und United Internet beteiligen sich im Rahmen der Finanzierungsrunde erneut. Mit dem frischen Kapital soll sowohl die Produktentwicklung als auch die Internationalisierung, insbesondere  in den USA, vorangetrieben werden. "Uberall ist eines der am schnellsten wachsenden Enterprise SaaS-Unternehmen in Europa", sagt Manfred Krikke, Partner bei HPE. Zu den Kunden des Start-ups zählen mittlerweile Firmen wie die Deutsche Post DHL Group, Vodafone, Douglas, Thyssenkrupp, InterContinental Hotels und HUK Coburg sowie Vertriebspartner wie 1&1 Internet und Swisscom.


Damit ist Uberall mit beachtlichem Tempo zu einem starken europäischen Wettbewerber zum Marktführer Yext aus den USA avanciert. Yext hilft ebenfalls Firmen dabei, auf Google, Google Maps, Apple Maps, Facebook, Bing, Yahoo oder Yelp besser gefunden zu werden, wenn Kunden nach Standortdaten der Unternehmen suchen. Das funktioniert über die sogenannte Yext Location Cloud, die unter anderem von Ben&Jerrys, Sears oder T-Mobile genutzt wird.

Vor etwa einem Jahr hatte Yext den ehemaligen Google-Manager Michael Hartwig als Managing Partner für Zentraleuropa von Google gewinnen können. Hartwig führt seitdem die Europa-Expansion des UNternehmens voran. Davor leitete der Manager bei "Doubleclick" den Adtech-Geschäftsbereich des Search-Riesen,wo er für insgesamt 31 Länder zuständig war. ron

 

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