Medienbericht

Adidas verabschiedet sich aus dem Wearables-Geschäft

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Adidas steigt aus der Hardware-Produktion von Fitnesstrackern aus
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Adidas steigt aus der Hardware-Produktion von Fitnesstrackern aus
Schluss mit Fitnesstrackern und Smartwatches: Adidas will sich einem Medienbericht zufolge von der Wearables-Produktion komplett verabschieden und sich stattdessen auf Software konzentrieren. Vor allem die Adidas-App sowie das 2015 übernommene Start-up Runtastic stehen dabei im Fokus.
Das "Portland Business Journal" berichtete als erstes darüber, dass Adidas offenbar seine Hardwareabteilung in der US-Stadt Portland schließene möchte. Betroffen seien 74 Mitarbeiter, darunter Datenanalysten sowie Soft- und Hardware-Ingenieure. Der Sportartikler aus Herzogenaurach hatte in den vergangenen Jahren gleich mehrere tragbare Fitnesstracker in Eigenregie unter dem Label "MiCoach" auf den Markt gebracht - etwa die "MiCoach Smart Run" oder "MiCoach Fit Smart".


Die Verkaufszahlen sollen aber offenbar nicht den Erwartungen entsprochen haben. Zudem fielen die smarten Uhren und Fitnesstracker in vielen Tests eher negativ auf. Zwar wurde etwa beim "MiCoach Smart Run" das Datenblatt gelobt, die Akkulaufzeit ließ jedoch zu wünschen übrig. "Nutzt man die eingebauten Funktionen, etwa den MP3-Player und den optischen Herzfrequenzmesser auch beim Sport, ist nach rund drei Stunden Schluss mit dem Akku", urteilten beispielsweise die IT-Experten von Chip.

Den Wearables-Markt gibt Adidas jedoch nicht komplett auf - der Fokus soll nun aber von der Hardware zur Software wandern, allen voran die eigene Adidas-App sowie die 2015 für 220 Millionen Euro übernommene Fitness-App Runtastic stehen offenbar im Fokus der Pläne. In Zusammenarbeit mit Fitbit will Adidas im nächsten Jahr zudem die "Fitbit Ionic Adidas Edition" auf den Markt bringen. Preis und Verkaufsdatum stehen noch nicht fest. Dazu passt die Mitteilung des Konzerns vor wenigen Tagen, die digitale Präsenz mithilfe der eigenen Adidas-App weiter ausbauen zu wollen. Der Sport-Gigant stellte auf der "Dreamforce", der weltweit größten Software-Konferenz in San Francisco, eine neue Version der App vor, die nun Technologien von Salesforce wie Commerce Cloud, Marketing Cloud und Service Cloud nutze und auf die jeweiligen Vorlieben und Verhaltensweisen des Konsumenten zugeschnitten ist.


Die neue Adidas-App soll beispielsweise einen leichten Zugang zum Online-Produktangebot des Konzerns ermöglichen sowie Produktempfehlungen sowie Inspiration anhand von personalisierten Artikeln, Blog-Posts oder Videos geben. Noch ist die neue Version nur in den USA und in Großbritannien verfügbar, in der ersten Hälfte des nächsten Jahres soll sie auch in weiteren Ländern zum Download bereit stehen. ron
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