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Münchner Lufftaxi-Start-up holt ersten Marketingchef an Bord

Arnd Müller ist der neue Marketingchef bei Lilium
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Arnd Müller ist der neue Marketingchef bei Lilium
Lilium hat erstmals einen Marketingchef an Bord geholt. Arnd Müller, bislang Chief Marketing Officer bei der Esprit-Gruppe, hat beim Münchner Start-up angeheuert, das weltweit zu einem der vielversprechendsten Lufttaxi-Unternehmen gehört. Müller soll die junge Firma, an der unter anderem "Die Höhle der Löwen"-Juror Frank Thelen beteiligt ist, zu einer weltweiten Marke aufbauen.
Das 2015 in München gegründete Unternehmen träumt von einer neuen Ära der Luftfahrt auf Abruf. Von einem Uber für die Luft - nur schneller. Dafür hat Lilium ein vollelektrisches Fluggerät mit zwei Sitzen konstruiert, das per App gerufen wird, senkrecht startet wie ein Helikopter, anschließend ab einer gewissen Höhe in den Vorwärtsflug wechselt und dann per Flügelantrieb mit bis zu 300 Sachen durch die Lüfte heizt. Vorerst mit Pilot, der Jet soll langfristig aber autonom umherdüsen.

Auf diese Weise soll beispielsweise der lästige Berufsverkehr der Vergangenheit angehören. Auf der Digitalkonferenz DLD in München rechnete Lilium-Gründer und -Chef Daniel Wiegand vor: "In einer Stadt wie San Francisco braucht man mit dem Auto 15 Minuten für 12 Kilometer. Mit dem Lilium-Jet schafft man in der selben Zeit 70 Kilometer." Mit Volocopter tummelt sich in dem Markt ein weiteres deutsches Start-up, das berechtigte Chancen auf eine Marktführerposition hat.

Die Produkteinführung des Lilium-Jets begleiten soll nun Arnd Müller als erster Marketingchef des Unternehmens. 
Seine Karriere begann Müller bei der Bertelsmann Music Group, bevor er zur The Walt Disney Company wechselte, wo er Führungspositonen in seinem Konsumgütergeschäft in Europa und den USA übernahm. Zuletzt war er sechs Jahre lang Marketingchef der Esprit-Gruppe. "Der Ehrgeiz und die Vision der Gründer von Lilium ist absolut inspirierend: Sei treten an, eine globale Marke zu erschaffen, die in einer neuen, einzigartigen Geschäftskategorie führend ist", sagt Müller.
Mit ihrer Vision haben die Münchner bereits einige Risikokapitalgeber überzeugen können - etwa das chinesische Internetunternehmen Tencent, das hinter dem Messenger WeChat steht und auch in Tesla investierte. Zudem sind die Bank von Liechtenstein und der Technologiefonds Atomico, einer der größten Venture-Capital-Fonds in Europa, beteilgt. Tech-Investor und "Höhle der Löwen"-Juror Frank Thelen hatte sich 2016 ebenfalls mit 15 Prozent an Lilium eingekauft.

Neben Start-ups arbeiten auch der Flugzeugbauer Airbus und Fahrdienstvermittler Uber an einem Flugtaxi. Vor einem Jahr investierte Daimler in den ebenfalls deutschen Fluggeräte-Entwickler Volocopter aus Bruchsal, der seine drohnenähnlichen Maschinen 2017 spektakulär in Dubai getestet hatte. 
Der zweisitzige Mini-Hubschrauber mit 18 Rotoren schwebte unfallfrei zwischen den Hochhäusern von Dubai und flog somit erstmals im urbanen Raum. Das Emirat will das Flugtaxi langfristig als Teil des öffentlichen Nahverkehrs etablieren. ron



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