Künstliche Intelligenz

Deutsche Firmen gehen KI mit hohem Tempo an

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 Künstliche Intelligenz ist in deutschen Unternehmen angekommen.
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Künstliche Intelligenz ist in deutschen Unternehmen angekommen.
Auch wenn sich deutsche Unternehmen anfangs schwer getan haben - Künstliche Intelligenz ist in der hiesigen Wirtschaft mittlerweile angekommen. Mehr noch: Die Zukunftstechnologie wird mit hohem Tempo angegangen. Das geht aus einer aktuellen Studie der US-Marktforscher IDC hervor. Demnach planen aktuell zwei von drei deutschen Firmen ein neues KI-Projekt in den nächsten 12 Monaten.
Am ambitioniertesten zeigen sich den Ergebnissen zufolge Versorgungsunternehmen. 82 Prozent der Unternehmen aus diesem Wirtschaftszweig geben an, in den kommenden Monaten ein neues KI-Projekt an den Start bringen zu wollen. Ähnlichen Tatendrang verspüren auch Unternehmen aus dem Finanz- und Versicherungswesen (80 Prozent), Transport und Verkehr (77 Prozent) und Industrie (72 Prozent). Zurückhaltend hingegen sind deutsche Firmen aus dem Gesundheitswesen (58 Prozent) und die öffentliche Verwaltung (55 Prozent).


Die Beweggründe für das gestiegene Interesse an der Technologie sind eindeutig: Sechs von zehn Unternehmen erhoffen sich, durch KI Effizienz und Produktivität steigern zu können, jede zweite Firma will dadurch Kosten reduzieren. Auch unter den wichtigsten Gründen: die Verbesserung der Produktqualität (39 Prozent). Die Projekte selbst befinden sich zum Großteil in der Pilotierungs- und Umsetzungsphase, sind also relativ weit fortgeschritten.

Wenn es um die beliebtesten Ansätze geht, dominieren vor allem cloudbasierte KI-Services, vor allem bei Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern. Am häufigsten wird die Technologie intern eingesetzt, um Wissen aus dem Datenschatz zu gewinnen (37 Prozent), Projekte rund um Sprach- und Bilderkennung voranzutreiben (32 beziehungsweise 23 Prozent), überwachtes Lernen einzuführen (25 Prozent) und eine automatisierte Content-Aggregation auf die Beine zu stellen (23 Prozent).


Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Acht von zehn Unternehmen können hierzulande ihren Bedarf an KI-Spezialisten nicht decken. Die fehlenden Fachkräfte bremsen die KI-Projekte aus, berichten die Studienmacher. Andere große Hürden sind Unklarheiten bei Datenschutz und Datensicherheit, die Kosten für die Technologie, unklare Business Cases und Fachbereiche, die die Technologien für unreif halten.

Für die Untersuchung wurden IT- und Fachentscheider aus 350 Unternehmen und Organisationen in Deutschland, die jeweils mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen, befragt. ron
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