Kryptowährung

Warum Lovoo jetzt Bitcoin als Zahlungsmittel zulässt

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Das Lovoo-Office in Dresden
© Lovoo
Das Lovoo-Office in Dresden
Lovoo lässt ab sofort Bitcoin als Zahlungsmittel zu. Die App, die zu den weltweit populärsten Dating-Plattformen gehört, will mit diesem Schritt ein Signal setzen und der Kryptowährung zum Durchbruch verhelfen. Seit Jahresbeginn hatte sie einen nahezu explosiven Wertzuwachs verzeichnet. Auch Werbungtreibende sollen bei Lovoo Anzeigen bald mit Bitcoin kaufen.

Innerhalb der Lovoo-App sollen Nutzer künftig das kostenpflichtige Premium-Paket mit Bitcoin bezahlen können. Die registrierten Kunden wurden am Wochenende entsprechend benachrichtigt. Mit dem Premium-Angebot, das in einem monatlichen Abo-Modell vertrieben wird, können Nutzer beispielsweise Profilbesuche und Likes sehen oder im Ghost-Modus unbemerkt andere Profile besuchen. Außerdem ist die App dann werbefrei.


Das Unternehmen hinter der Dating-App, das zwei Standorte in Dresden und Berlin betreibt, gehört mit 70 Millionen registrierten Nutzern neben Tinder zu einem der weltweit beliebtesten Dating-Portale. Im September wurde Lovoo für 70 Millionen Dollar vom US-Konzern The Meet Group übernommen, hat 97 fest angestellte Mitarbeiter und zählt rund 1,9 Millionen täglich aktive Nutzer in Deutschland. Jeden Tag kommen 47.000 neue hinzu.

Mit der Zulassung von Bitcoin als Zahlungsmittel will das Unternehmen vor allem ein Signal setzen. "Wir glauben an die Kryptowährung, sie wird den Zahlungsmarkt komplett umkrempeln", sagt Mitgründer Eric Jangor gegenüber HORIZONT Online. Der Diplom-Betriebswirt habe unter anderem auf dem Web Summit in Lissabon vor wenigen Wochen eine große Nachfrage für die Währung beobachtet und sich dadurch in dieser Entscheidung bekräftigt gefühlt.
Eric Jangor, Vice President Marketing & Business Development bei Lovoo
© Lovoo
Eric Jangor, Vice President Marketing & Business Development bei Lovoo
Der Bitcoin-Hype kennt seit vielen Monaten kein Halten mehr. Zu Jahresbeginn noch rund 1000 Euro wert, wurde ein "BTC" zuletzt für knapp das Achtfache gehandelt. Hier wittern natürlich auch die Lovoo-Macher das große Geschäft und erhoffen sich durch die Bitcoin-Zulassung mehr zahlende Kundschaft. Aktuell gönnt sich jeder zehnte Lovoo-Nutzer das Premium-Paket. Diesen Wert wolle man künftig deutlich nach oben schrauben, so Jangor.

Zwar sind digitale Währungen noch nicht im Massenmarkt angekommen, aber das könnte sich spätestens mit dem Markteintritt von Amazon ändern. Gerüchten zufolge wolle der Onlinehändler demnächst Bitcoin als Zahlungsmittel zulassen und könnte so nicht weniger als eine Revolution in der Finanzwirtschaft auslösen. Es wäre ein Meilenstein, nicht nur für Bitcoin, sondern für digitales Geld insgesamt. Gegenüber der "Welt" hatte Amazon die Gerüchte zumindest nicht eindeutig dementiert.

Bei Lovoo denkt man indes bereits darüber nach, auch Werbungtreibenden die Zahlung mit Bitcoin zu ermöglichen, so Jangor. Im ersten Quartal 2018 sollen erste Tests beim Kauf von Anzeigenplätzen anlaufen, heißt es. Zu den Kunden der App gehören unter anderem Spotify, Sixt, Zalando und Ebay. Anfang Oktober hatte das Unternehmen Frau Wenk als erste deutsche PR-Agentur ihren Kunden mitgeteilt, dass sie ihre Rechnungen künftig auch mit Bitcoin begleichen dürfen. ron

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