Konzernchef Bill McDermott

SAP will kräftig in Künstliche Intelligenz investieren

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Die großen Tech-Konzerne arbeiten zusammen an Künstlicher Intelligenz
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Die großen Tech-Konzerne arbeiten zusammen an Künstlicher Intelligenz
Der Softwarekonzern SAP will sein Engagement im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) erheblich ausweiten. SAP werde "der führende Anbieter" bei intelligenten Anwendungen für geschäftliche Software, sagte Vorstandschef Bill McDermott dem "Handelsblatt". Die KI-Investitionen würden "Millionen über Millionen" betragen, so McDermott, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Übernahmen seien dafür aber nicht nötig.
McDermott traut seinem Konzern zu, die führende Rolle bei der digitalen Transformation in Deutschland zu spielen. "SAP ist die renommierteste und wertvollste Technologiefirma in Deutschland und der wertvollste Konzern im Dax." Es sei deshalb selbstverständlich, dass man sich hierzulande für die Digitalsierung stark machen werde. "Die Wände einer Fabrik lassen sich nicht digitalisieren. Aber bei Prozessen innerhalb der Firma und der Zusammenarbeit mit anderen können wir helfen", so der 55-jährige Konzern-Manager.

Außerdem wolle SAP nun - anders als früher - den Kunden stärker in den Fokus rücken. Dafür treffe McDermott die IT-Chefs und CEOs seiner größten Kunden regelmäßig zum Austausch. Was er dabei gelernt habe: Die Kunden wollen Echtzeittechnologie. "Sie wollen E-Commerce auf allen Kanälen, um mit ihren Kunden überall in Kontakt zu sein, auch in den sozialen Medien." Dass SAP mit seinen neuen Technologien jedoch nicht alle Kunden hat überzeugen können, gesteht der Konzernchef ein. "Am Anfang haben wir mit einigen unserer Technologien zu viel Tempo gemacht und einige Kunden nicht mitgenommen", sagt er.  Heute sei die "Vertriebspipeline" der Walldorfer dennoch gut gefüllt. Vor allem künstliche Intelligenz habe es McDermott angetan. Er wolle SAP zum führenden Anbieter von maschinellem Lernen im Firmenkundengeschäft machen - "ohne Wenn und Aber". Das Ziel sei es, die intelligentesten Geschäftsanwendungen zu entwickeln. Deshalb treibe der Konzern die Investitionen für diese Technologie enorm an. McDermott will zwar keine konkreten Zahlen nennen, betont aber beispielsweise, ständig mehr Entwickler einzustellen. Derzeit beschäftigten sich rund 100 Entwickler bei SAP mit der Technologie, künftig sollen es aber deutlich mehr werden. "Wir haben 22.000 brillante Entwickler, die besten der Welt, wir mussten sie nur von der Kette lassen und auf die wichtigsten Themen ansetzen."

Konkurrenten wie IBM, Oracle und Microsoft, die ebenfalls an Anwendungen mit künstlicher Intelligenz tüfteln, betrachtet McDermott nicht als große Gefahr. "Es gibt ausreichend Möglichkeiten für Firmen wie Oracle, Microsoft und IBM, um ein erfolgreiches Datenbankgeschäft zu betreiben." Für SAP sei es wichtiger, den Datenbankmarkt neu zu definieren, anstatt andere zu überholen. ron (mit dpa-Material)



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