"Hammerbrooklyn"

So wollen Wirtschaft und Hamburg das deutsche Silicon Valley bauen

Blick in den Hammerbrooklyn Digital Campus
© Hammerbrooklyn
Blick in den Hammerbrooklyn Digital Campus
Spatenstich fürs deutsche Westentaschen-Silicon Valley an der Waterkant: In diesen Tagen beginnen die Bauarbeiten für den digitalen Campus im Hamburger Stadtteil Hammerbrook. Hier soll das Zentrum der hiesigen Digitalszene entstehen – für die Hansestadt und auch darüber hinaus. Mit an Bord sind zwei bekannte Köpfe aus der Medien- und Werbewirtschaft.

Der "Hammerbrooklyn Digital Campus", so der wortverspielte Name des ambitionierten Projekts, soll zum "Ort des interdisziplinären Austauschs und der gemeinschaftlichen Entwicklung einer modernen, digitalen Stadt, Wirtschaft und Gesellschaft" werden, erklären die Verantwortlichen das geplante Miteinander von Industrie und Mittelstand, Start-ups, Institutionen und Behörden. Die Pläne waren bereits im März bekannt geworden.



Auf dem Areal zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und der Hafencity möchte man "die Stadt der Zukunft erlebbar" machen, mit Modellprojekten und Veranstaltungen zu Themen wie digitale Infrastruktur (Smart City) und Verkehrssteuerung (Smart Mobility), Virtual und Augmented Reality, 3-D-Druck und Blockchain-Technologie. Auch mit Räumlichkeits- und Gastronomieangeboten soll eine "Umgebung für kreatives und disruptives Denken" entstehen.

Erste Partner und Nutzer der privatwirtschaftlich-öffentlichen Initiative, die bis 2027 über 150 Millionen Euro investieren will, sind die Handelskammer, der stadteigene ÖPNV-Betreiber Hochbahn, die Deutsche Bahn, Siemens und VW. Über ihre Wirtschafts- und Wissenschaftsbehörden engagiert sich die Hansestadt auch direkt. Als wissenschaftlicher Partner fungiert das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), kreativen Input liefert die Agentur Interpol.


Deren Geschäftsführer Mathias Müller-Using ist Gründungspartner des Digital-Campus, ebenso der frühere Gruner + Jahr-Auslandsvorstand Torsten-Jörn Klein. Hammerbrooklyn sei ein "Forum für digitale Transformation und Innovation", sagt Müller-Using. Hierfür sei die Vernetzung und Kooperation von Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und "klugen Köpfen aus aller Welt" erfolgsentscheidend. Und Klein? Er wisse aus seiner G+J-Zeit, "wie schwer es ist, die digitale Transformation in den Köpfen aller Mitarbeiter zu verankern". Auch jetzt als Start-up-Investor sehe er täglich, wie wichtig Coaching und Know-how-Transfer seien.

Dritter Gründungspartner ist die Projektentwicklungsfirma Art-Invest Real Estate. Sie übernimmt die Planung in zwei Phasen: Zunächst wird der ehemalige amerikanische Expo-2015-Pavillon als "Digital Pavillon" und architektonisches Zentrum von Hammerbrooklyn wiederaufgebaut (geplante Eröffnung: 1. Quartal 2019) sowie ein "Solution Building" mit Arbeitsplatzinfrastruktur errichtet. Die gemeinsame Nutzfläche beträgt 10.400 Quadratmeter. Danach soll ein "Campus of Solutions" mit weiteren 40.000 Quadratmetern entstehen. rp 

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