"Hammerbrooklyn"

In Hamburg soll ein deutsches Silicon Valley entstehen

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So soll Hammerbrooklyn ausschauen.
© Interpol Studios
So soll Hammerbrooklyn ausschauen.
Der Hamburger Stadtteil Hammerbrook soll zum deutschen Silicon Valley avancieren. Medienberichten zufolge planen das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) und die Kreativagentur Interpol Studios ein Zentrum für die Digitalszene in der Hansestadt. Ohne Wortspiel kommen die Macher dabei offensichtlich nicht aus: Das Projekt nennt sich "Hammerbrooklyn".
Nach Informationen des "Hamburger Abendblattes" wollen das HWWI und Interpol Studios im Stadtteil Hammerbrook den Pavillon erwerben, mit dem die USA auf der Mailänder Expo im Jahr 2015 präsent waren – und ihn in der Nähe der Deichtorhallen aufstellen. Dort soll das Zentrum namens "Digital Space" entstehen. Die Verhandlungen über einen Kauf des Pavillons seien laut Interpol-Studios-Geschäftsführer Mathias Müller-Using schon weit fortgeschritten.


Der Zeitplan ist ambitioniert: Schon Ende des Jahres könnte das Gebäude bezogen werden, heißt es. Ein weiteres anliegendes Gebäude soll bis 2018 entstehen. Die Macher wollen für ihre Pläne laut "Hamburger Abendblatt" insgesamt eine zweistellige Millionensumme in die Hand nehmen.

Wenn alles fertig ist, sollen in den Gebäuden schließlich Start-ups mit der öffentlichen Verwaltung, Wissenschaftlern und Verbänden zusammenarbeiten. "Das Modell ist einzigartig, weil es neben der Transformation von Unternehmen und Branchen auch die Stadt und die Stadtentwicklung mit einbezieht", sagt HWWI-Chef Henning Vöpel. "Wissenschaft, Wirtschaft und die Stadtgesellschaft bekommen ein Labor, um dort Lösungen für die Zukunft zu entwickeln."

Angeblich haben bereits große Unternehmen ihr Interesse an einer Zusammenarbeit im Hammerbrooklyn bekundet. Im Gespräch sind unter anderem die Hamburger Hochbahn, die Haspa, Siemens und die Hamburg Port Authority. Weitere Namen könnten laut Medienberichten bald folgen. Auch die Hansestadt werde sich über die Wirtschafts- und Kulturbehörde für die privatwirtschaftliche Initiative Hammerbrooklyn engagieren.

Die Bemühungen um das Projekt Hammerbrooklyn hängen auch damit zusammen, dass sich Hamburg derzeit immer stärker zu einem attraktiven Standort für Tech-Unternehmen mausert. Vor allem US-Tech-Riesen wie Google und Facebook haben ihre Deutschland-Dependancen in der Hansestadt. Twitter schloss erst vor wenigen Tagen sein Berlin-Büro und arbeitet ab sofort nur noch von Hamburg aus. Derzeit wird spekuliert, dass die Snapchat-Mutter Snap seinen Deutschlandsitz an der Elbe beziehen wird. ron 
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