Gründer-Experte Simon Harlinghausen Mit diesen 10 Hacks wächst euer Startup erfolgreich

Mittwoch, 14. September 2016
Simon Harlinghausen
Simon Harlinghausen
© BVDW

Wenn es um das Wachstum von Startups geht, kennt sich hierzulande kaum jemand besser aus als Simon Harlinghausen. Er ist CDO EMEA von Starcom MediaVest Group Germany und Vorsitzender der Initiative Startups im BVDW. Auf dem Startup-Forum in Köln gab der Gründer-Experte gestern 10 Tipps für erfolgreiches Wachstum. 

Das Startup-Forum, veranstaltet vom BVDW, fand gestern zum vierten Mal statt und hat sich mittlerweile als Pre-Event zur Dmexco etabliert. Zurecht: In diesem Jahr reisen insgesamt 74 Startups zum Klassentreffen der Digitalbranche an - kein Wunder, dass die Vorveranstaltung immer größeres Interesse erfährt.

Harlinghausen selbst hat 1994 angefangen, als Gründer in der digitalen Welt Aktiv zu werden. Er gründete 16 Unternehmen und ist eigenen Angaben zufolge an über 40 weiteren beteiligt - als Angel oder als Investor. Kaum jemand hat hierzulande also mehr Erfahrung im Gründen als er. Auf dem Startup-Forum hat Harlinghausen die 10 wichtigsten Dinge vorgestellt, mit denen sich Startups auseinander setzen müssen, wenn sie wachsen wollen.

 

1. Done is better than perfect

"Ich war 2007 in Palo Alto bei Facebook und habe dort Mark Zuckerberg besucht. Auf seinem Schreibtisch stand ein kleines Holztäfelchen mit der Aufschrift ,done is better than perfect'. Das ist ein zentrales Thema für erfolgreiches Wachstum!. Startups sollten nicht versuchen, ein Konzept zu erarbeiten, drei Jahre an der Umsetzung basteln und dann daran scheitern, weil der Markt sich mittlerweile komplett verändert hat. Das heißt, man muss mit agilen Methoden vorgehen, mit einem bestimmten Ziel - sich dabei aber immer wieder hinterfragen. Dann so früh wie möglich in den ,prove of concept' gehen. Viele Unternehmen versuchen etwas zu entwickeln, gehen dann in den Markt und stellen dann fest, dass das Produkt nicht mehr in den Markt passt. Facebook ist ein Positiv-Beispiel: Loggen Sie sich mal mit einem VPN-Services in Neuseeland auf Facebook ein. Dann sehen Sie, wie Facebook morgen aussehen wird. Da werden viele Dinge getestet was Ad-Formate angeht oder neue Features."

2. Fail fast

"Startups sollten sehr schnell erkennen, dass der Weg, den sie gehen, der richtige ist. Das heißt, man sollte ständig andere Personen mit ins Boot nehmen, sich selbst hinterfragen oder sich selbst fragen lassen, ob man die richtigen Ansätze hat. Es geht hier um die Kultur des Scheiterns, eine Kultur, die in Deutschland nicht besonders verbreitet ist. Es ist aber ganz normal, dass sich Startups noch in der Wachstumsphase in ihren Grundsätzen verändern."

3. Nicht alles selber machen müssen

"Gründerteams sind anfangs total motiviert und stellen plötzlich fest, dass sie Schwierigkeiten haben, ein bestimmtes Problem zu lösen. Am Ende verzweifelt das Team daran oder hat nicht die beste Lösung am Start. Mit großer Wahrscheinlichkeit gibt es aber dort draußen jemanden, der das besser und schneller machen kann."

4. Über den Tellerrand schauen.

"Das vergessen leider viele Startups heutzutage. Was machen denn die Wettbewerber? Was machen die anderen Industrien? Was machen vergleichbare Startups in Asien, Afrika oder Amerika?"

5. Ein heterogenes Board zusammenstellen

"
Ich bin inzwischen bei fünf Boards, also Vorständen, mit dabei. Viele Startups sollten sich ein Board mit einer sehr heterogenen Gruppe zusammenstellen. Die können aus Finanziers bestehen, aus großen Netzwerkern, aus Technikern. Die können aber genauso gut aus Künstlern bestehen, die eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben, sodass das Wachstum aus verschiedenen Perspektiven generiert werden kann."

 

6. Timing

"Startups sollten rechtzeitig im Markt sein. Sie müssen sich fragen, wann das eigene Produkt reif für den Markt ist und wann der Markt reif für das eigene Produkt. Apple ist ein gutes Beispiel. Der Konzern hat erst das iPad entwickelt und festgestellt, dass das iPad gar nicht in den Markt passen würde. Apple hat schließlich erst einmal das iPhone entwickelt und dann - nachdem das Thema Touch und Wischen etabliert war - das iPad auf den Markt gebracht."

7. Die 6 "S" od Storytelling

"Wenn ich Geschichten rund um mein Produkt, meine Services und mein Startup erzählen will, kommt es auf sechs wichtige Punkte an: Die Geschichte muss snackable sein, das heißt, dass die Inhalte aufgenommen werden können - auf jedem Device. Es muss teilbar (shareable) sein, surprising, strategisch, simpel und es muss Echtzeit-Relevanz haben (speed)."

8. Product-Fit

"
Wenn man sich - so wie ich - ein wenig umhört, sind in den USA derzeit drei Wörter extrem wichtig: Urgency, also Druck, Anpassung und vor allem Product-Fit. Das heißt, das Produkt muss zur Zielgruppe passen. Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.Das vergessen viele Startups und große Unternehmen."

9. Retention is Key

"
Sobald ich mein Produkt habe, muss ich dafür sorgen, das sich die Leute damit auch auseinandersetzen. Je öfter sie es benutzen, desto besser. Also: Retention is key."

10. Kreativität ist King, Umsetzung ist King Kong

"
Am Ende geht es darum, diese Retention über Kreativität zu erzeugen. Deshalb ist Kreativität King. Umsetzung ist aber King Kong. Ich kann eine geile Idee haben, wenn ich sie aber nicht gut umsetze, ist die Idee scheiße. So wirkt sie dann zumindest. Oftmals geht es also nicht darum, die ganze Zeit in eine tolle Idee zu stecken, sondern sich auch Gedanken darüber zu machen, sie zu exekutieren. Wenn ich es dann schaffe, in Echtzeit zu optimieren, dann habe ich Donky Kong geschaffen."

HORIZONT Newsletter Tech Newsletter

1x täglich die Top-News für Digitale Marketer

 


Meist gelesen
Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
stats