Google, Apple und Whatsapp

Deutsche sorgen sich um den Schutz ihrer Privatsphäre

Whatsapp glänzt nicht gerade mit Vertrauen bei den Bundesbürgern.
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Whatsapp glänzt nicht gerade mit Vertrauen bei den Bundesbürgern.
Die Dienste von Google, Apple und Whatsapp sind aus dem Leben vieler Millionen Deutschen nicht mehr wegzudenken. Allerdings sorgen sich viele um den Schutz ihrer Privatspähre und fürchten die Intransparenz der Anbieter, wie aus einer aktuellen Befragung hervorgeht. Auf die jeweiligen Dienste verzichten wollen die Deutschen trotzdem nicht.

Demnach haben sieben von zehn Befragten die Befürchtung, dass die drei genannten Internetkonzerne nicht sorgsam genug mit ihren Daten umgehen. 69 Prozent der Bundesbürger wollen zwar die Dienste weiter nutzen, beklagen aber, dass ihnen die Anbieter intransparent und unberechenbar erschienen. Die Ergebnisse gehen zurück auf eine Online-Befragung der Markenberatung Prophet im Januar unter 1000 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Deutschen.



"Will eine Marke oder ein Internetdienst wie Whatsapp, Google oder Apple dauerhaft erfolgreich und nachhaltig bleiben, muss sie den Wunsch ihrer Nutzer nach Transparenz und Berechenbarkeit ernst nehmen", sagt der Berliner Prophet-Partner Jan Döring. Gerade die Facebook-Tochter Whatsapp machte jüngst Schlagzeilen, weil Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) vor dem Landgericht Berlin Klage gegen das Unternehmen eingereicht hatte. Der Grund: die angekündigte Weitergabe der Telefonnummern von Nutzern an Facebook. Die Markenstrategen der Konzerne dürften sich nicht darauf verlassen, dass ihre Marke ständig so relevant bliebe, dass die Menschen ohne sie nicht leben wollten. Leichtfertigkeit im Umgang mit Kritik an der fehelenden Transparenz will Döring den Tech-Konzernen jedoch nicht unterstellen: "Ich denke, das ist keine gewollte Strategie der Verantwortlichen. Es ist eher eine Folge der Komplexität der Services und der schwierigen inneren Strukturen der Konzerne, die Nutzern kaum transparent zu machen sind. Die Funktionsweise der Algorithmen sind den Kunden eben nur schwer verständlich zu machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmen gegenüber seinen Kunden bewusst intransparent und unnahbar auftreten will."

Dennoch: Die weltweite Marktdominanz der drei in der Prophet-Befragung genannte US-Konzerne bereitet etlichen Bundesbürgern Sorge. So äußern 62 Prozent der Teilnehmer ihre Furcht vor einem globalen Netzmonopol der amerikanischen Marktführer, welches Konkurrenten und damit den Wettbewerb ersticken könnte. Immerhin 37 Prozent der befragten Bundesbürger versuchen wegen ihrer Bedenken häufiger ohne die Dienste von Google, Whatsapp oder Apple auszukommen. ron


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