Geldspritze

Airbnb sammelt halbe Milliarde Dollar ein - Alphabet als Hauptinvestor

Airbnb besorgt sich frisches Geld.
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Airbnb besorgt sich frisches Geld.
Frisches Geld im Anmarsch: Das teils umstrittene Zimmervermittlungsportal Airbnb hat sich in einer Finanzierungsrunde satte 555 Millionen US-Dollar gesichert. Das will die Nachrichtenagentur AFP aus informierten Kreisen erfahren haben. Ein Börsengang des Start-ups scheint dennoch nicht in Sicht.
Die jüngste Investorenrunde, die im Juli gestartet wurde, läuft Insidern zufolge noch und könnte Airbnb insgesamt gar 850 Millionen US-Dollar bescheren. Die Riege der Geldgeber wird angeführt von namhaften Firmen wie Google Ventures, einer Sparte des Mutterkonzerns Alphabet, und Technology Crossover Ventures. Google Ventures zeigt laut "Business Insider" seit einigen Jahre Interesse an Start-ups - in erster Linie aus finanziellen Gründen. Doch mit Airbnb könnten intensivere Pläne verbunden sein. Vor wenigen Wochen erst holte der Suchmaschinenriese aus Mountain View den Airbnb-Manager Shaun Stewart ins Boot, der sich nun Medienberichten zufolge um eine Plattform für den Zugriff auf Google-Autos kümmern soll. Das Ziel: Das Konzept der Kurzzeitvermietung von Wohnraum bei Airbnb auf die Verfügbarkeit von selbstfahrenden Autos bei Google umzumünzen.



Durch die neue Finanzierungsrunde wird der Firmenwert von Airbnb aktuell auf 30 Milliarden US-Dollar beziffert. Damit wäre das Unternehmen das zweitwertvollste in den USA - hinter dem Fahrdienstvermittler Uber mit 68 Milliarden - und das größte nicht-börsennotierte Start-up im Silicon Valley. Schwarze Zahlen schreibt das Unternehmen trotz sprudelnder Einnahmen jedoch nicht. Ein Börsengang sei derzeit aber nicht zu erwarten, heißt es. Firmenchef Brian Chesky werde das Geld wohl in die Wachstums- und Expansionsstrategie stecken. 2017 will Airbnb dann endlich Gewinne verzeichnen.

Die Zahlen scheinen derzeit immerhin zu stimmen. In Europa stiegen aktuell die Airbnb-Buchungen im Juni, Juli und August um 74 Prozent auf 16 Millionen. Die wichtigsten Märkte sind Frankreich, Italien und Spanien. Das größte Plus meldete Großbritannien nach dem "Brexit"-Votum und der Pfund-Abwertung. ron


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