Firefox

Mozilla sperrt Facebook in den Container

Die Mozilla-Zentrale in San Francisco
© dpa
Die Mozilla-Zentrale in San Francisco
Im Zuge des Datenskandals diskutiert die Branche verstärkt, welche Macht Unternehmen wie Facebook tatsächlich über unser Leben ausüben. Eine viel zu große, wird man sich offenbar bei Mozilla in San Francisco gedacht haben. Der Konzern, der sich den Schutz des Internets auf die Fahne geschrieben hat, stellt nun für Firefox eine Browsererweiterung vor, mit der Facebook im wahrsten Sinne des Wortes in einen Container gesperrt wird.
Das Firefox-Add-On mit dem Namen "Facebook Container" soll die notorische Datensammelwut des Konzerns einschränken, indem dem sozialen Netzwerk der Zugriff auf Informationen anderer Websites versperrt wird. Nachdem die Erweiterung installiert ist, kann Facebook weiterhin normal genutzt werden, auch Werbung wird wie gewohnt ausgespielt, mit dem zentralen Unterschied allerdings, dass es für Facebook deutlich schwieriger wird, die gesammelten Aktivitäten außerhalb von Facebook zu nutzen. Denn wenn Nutzer, die das Add-On aktiviert haben, auf einen Link innerhalb von Facebook klicken, wird dieser außerhalb des Containers geladen. Heißt: Facebook kann nicht mehr nachvollziehen, welche Seiten außerhalb des sozialen Netzwerks besucht wurden. "Das Add-On bietet eine Lösung, die nicht einfach darin besteht, Nutzern grundsätzlich von einem Service abzuraten, der ihnen einen Mehrwert bietet. Stattdessen gibt es den Usern ein Werkzeug an die Hand, um sich proaktiv vor unerwünschten Nebenwirkungen eben dieser Nutzung zu schützen", heißt es in einem Blogpost von Mozilla.


Die Weitergabe der Daten an Cambridge Analytica hätte Facebook Container zwar auch nicht verhindern können, gibt Mozilla zu. Doch mit dieser Erweiterung hätte man immerhin ein Stück weit mehr Kontrolle darüber, welche Daten gesammelt werden können und welche nicht. Außerdem macht Mozilla deutlich, dass Facebook nicht das einzige Unternehmen ist, das Daten außerhalb seines eigentlichen Servicebereichs sammelt.

An der Technologie hinter dem "Facbook Container" arbeiten die Mozilla-Entzwickler eigenen Angaben zufolge bereits "seit einigen Jahren". Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Tools zur Verwaltung von Privatsphäre und Sicherheit habe man sich entschieden, die Entwicklung nun mit Hochdruck voranzutreiben. ron
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