Facebook-Zukauf

Whatsapp experimentiert mit Payment-Lösung

Kann man mit Whatsapp künftig bezahlen?
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Kann man mit Whatsapp künftig bezahlen?
Whatsapp experimentiert offenbar mit einer Bezahlfunktion. Der Facebook-Zukauf soll Medienberichten zufolge in Indien, dem Markt mit den meisten Whatsapp-Nutzern, an einer entsprechenden Lösung feilen. Sie könnte für die Chat-App, die sich nach wie vor nicht über Werbung finanzieren möchte, zu einer wichtigen Erlösquelle avancieren.
Seit Mark Zuckerberg vor drei Jahren 22 Milliarden US-Dollar für Whatsapp hinblätterte, sucht der Facebook-CEO nach Möglichkeiten, mit dem populären Dienst Geld zu verdienen. Unter anderem versuchte Zuckerberg, die Whatsapp-Daten mit denen von Facebook zu verbinden, um zielgerichtetere Werbung anbieten zu können. Aktuell tüftelt die Chat-App einem "Bloomberg"-Bericht zufolge an einer Bezahlfunktion. Offiziell heißt es vom Unternehmen, es wolle mit einer solchen Funktion zur "Vision Indiens für den digitalen Handel" beitragen.


Denn digitale Payment-Lösungen sind in Indien weit verbreitet - nicht ohne Grund testet Whatsapp eine entsprechende Funktion in diesem Markt. Dort dominiert derzeit der Anbieter Paytm, der bereits über 13.000-Mann stark ist und im Jahr 2015 vom E-Commerce-Riesen Alibaba mit 575 Millionen US-Dollar unterstützt wurde. Außerdem hat der Whatsapp-Wettbewerber WeChat seine Plattform bereits erfolgreich für Business-Kunden geöffnet - eine Strategie, die Facebook mit seiner Messenger-App verfolgt. Dass es Whatsapp mit seinem Experiment in Indien offensichtlich ernst meint, zeigt auch eine aktuelle Stellenanzeige des Unternehmens. So wird derzeit ein "Digital Transactions Lead, India" gesucht, der aus der Facebook-Zentrale im kalifornischen Menlo Park unter anderem das Gespräch mit Banken suchen soll und sich mit Indiens ID-Programm Aadhaar sowie dessen Payment-Interface auskennt.

Vor etwas mehr als einem Jahr sicherte Whatsapp-Mitgründer Jan Koum in einem Interview zu, seinen Dienst auch zukünftig frei zu halten von Werbung. Das sei eine Zusicherung, die Mark Zuckerberg damals machen musste, um ihm vom Verkauf zu überzeugen. Die Devise seither: Keine Werbung, keine Spiele, keine Gimmicks. "Wir betrachten Whatsapp als etwas praktisches, das man auch in Zukunft einfach nutzen können soll. Was wir machen, ist nicht sexy. Wir haben keine Sticker oder sowas", so Koum. ron


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