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Anne-Frank-Museum warnt mit Messenger-Bot vor Rassismus und Diskriminierung

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So sieht der Chatot vom Anne-Frank-Museum aus.
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So sieht der Chatot vom Anne-Frank-Museum aus.
Als eines der ersten Museen weltweit hat das Anne-Frank-Haus in Amsterdam seit Neuestem einen Bot für den Facebook Messenger im Einsatz. Mit dem Chatprogramm wollen die Macher nicht nur den Besuch im Museum vereinfachen, sondern auch auf möglichst persönliche Art und Weise vor Rassimus und Diskriminierung warnen.
Der namenlose Chatbot hat im Wesentlichen zwei Funktionen: Zum einen soll er Besuchern, die einen Trip nach Amsterdam ins Anne-Frank-Haus planen, die Organisation erleichtern. Ticket-Kauf, Navigation zum Museum oder Öffnungszeiten - alle wichtigen Informationen zur beliebten Touristenattraktion spuckt der Bot auf Nachfrage in Sekundenschnelle aus.


Zum anderen wollen die Macher die Geschichte des jüdischen Mädchens vermitteln und so auf möglichst persönliche Art und Weise vor Rassimus und Diskiminierung warnen. So informiert der Messenger-Bot beispielsweise über die Lebensgeschichte der in Frankfurt am Main geborenen Anne Frank, die in die Niederlande auswanderte, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen und 1945 dem Holocaust zum Opfer fiel. Die Programmierer haben vor allem auf eine persönliche Chat-Atmosphäre Wert gelegt.

Auf ihrer Facebook-Seite lobte Facebooks COO Sheryl Sandberg die Aktion: "In einer Zeit, in der es immer weniger Augenzeugen des Zweiten Weltkrieges gibt, ist es wichtiger denn je, die junge Generation mit neuen Wegen an Annes Geschichte heranzuführen." Facebook fühle sich geehrt, so schreibt Sandberg in ihrem Posting, das Vermächtnis von Frank festhalten und ihre Botschaft überbringen zu können.
Immer häufiger entdecken Unternehmen und Werbungtreibende Chatbots für sich. In seiner Einführungskampagne für die neue Bezahlfunktion Kwitt nutzt etwa die Sparkasse seit wenigen Wochen erstmals einen Chatbot. Der Autobauer Opel hat gemeinsam mit MRM/McCann den Facebook-Bot "Chad" ins Leben gerufen, der Nutzern innerhalb von nur 60 Sekunden zu einer individuellen Probefahrt verhelfen soll. Die Lufthansa startete bereits im November vergangenen Jahres einen Chatbot namens "Mildred" im Facebook-Messenger. "Mildred" sucht für die Kunden den günstigsten Preis für einen Flug. ron
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