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Snapchat-CSO Imran Khan stichelt gegen Facebook

Das Snapchat Logo
© Snapchat
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Kaum eine andere Keynote wurde am ersten Dmexco-Tag so stark besucht, wie die von Snapchat-CSO Imran Khan. Doch was die Zuschauer vom US-Amerikaner zu hören bekamen, war eher enttäuschend, weil längst bekannt. Einige Zahlen, die Khan präsentierte, ließen die angereisten Marketing-Experten aber aufhorchen. Einen Seitenhieb auf die Konkurrenz konnte sich der Manager dabei nicht verkneifen.

Als Imran Khan hinter den Kulissen das letzte Mal seine Präsentation durchgeht und nochmal sein Hemd zurechtrückt, ist die Congress Hall bereits bis auf den letzten Platz gefüllt. Mehr noch: Das Marketing-Volk quetscht sich förmlich in den Saal. Dutzende hartgesottene CEOs und Manager nehmen wie kleine Kinder auf dem Boden im Schneidersitz Platz - nur um denjenigen zu sehen, der bei Snapchat für die Monetarisierung zuständig ist: Imran Khan.



Doch was die Dmexco-Besucher - zumindest diejenigen, die es in den Saal schafften - zu hören bekamen, war eher enttäuschend, weil längst bekannt. Khan verbrachte nämlich die Hälfte seiner Redezeit damit, die App, für die er arbeitet, zu erklären. „Snapchat erklärt Leuten, die Snapchat nutzen, Snapchat“, murmelt es in den Sitzreihen. Viele Besucher erzählen, sie hätten beispielsweise ein Statement zu Instagram Stories erwartet - eine Funktion, die Facebook seiner Foto-Plattform vor wenigen Wochen verpasste und dabei ordentlich bei Snapchat abkupferte. Einen Seitenhieb auf Mark Zuckerberg konnte sich Khan dann aber doch nicht verkneifen: "Video-Ads ohne Sound sind nur sich bewegende Banner“, sagt er und spielte damit auf Facebooks automatisch, aber lautlos abspielende Video-Ads im Newsfeed an. Für Snapchat sei Sound ein zentrales Element in der Vermarktung. Khans Mission in Köln war aber nicht Kollegenschelte, sondern eine andere. Er versuchte, die angereisten Marketing-Entscheider davon zu überzeugen, ihre Werbebudgets in Snapchat zu stecken. Und einige Zahlen, die der Chief Strategy Officer präsentierte, ließen die Zuschauer durchaus aufhorchen. Mit dem Werbeprodukt SnapAds (Werbung inmitten einer Story) beispielsweise erreichen Brands, so Khan, eine 1,8 mal höhere Kaufabsicht beim User als beim durchschnittlichen Mobile-User. Mit Sponsored Lenses sind es 1,6 mal mehr. Bei gesponserten Geofiltern liegt der Wert gar bei 2,5. Die Zahlen auf Nutzerseite können sich ebenfalls sehen lassen: 25 bis 30 Minuten verbringen die Nutzer durchschnittlich täglich auf Snapchat, sagt Khan. Insgesamt geht der CSO von 150 Millionen täglich aktiven Nutzern aus, in Europa spricht er von knapp 50 Millionen.

Khans Aufgabe ist es nun, diese (weiter rapide wachsende) Nutzerschaft zu monetarisieren. Dass er mit großen Geldsummen umzugehen weiß, hat er bereits bewiesen. Vor zwei Jahren hatte er als Credit-Suisee-Banker den Börsengang des chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba betreut. Snapchat tüftelt bereits an weiteren Werbeprodukten, kündigt Khan auf der Bühne an. Genaueres will er jedoch nicht preisgeben. "Wir sind erst am Anfang", sagt er selbstbewusst. ron


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