Deutscher Medienkongress 2017

DHDL-Investor Ralf Dümmel: „Nicht schnacken, machen!“

"Die Sendung hat uns von Beginn an gereizt": Ralf Dümmel
© Rieka Anscheit
"Die Sendung hat uns von Beginn an gereizt": Ralf Dümmel
Startups, aufgepasst: Nach dem Vorbild der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ können junge Unternehmen ihre Ideen auch beim Deutschen Medienkongress 2017 präsentieren. Mit dabei: Ralf Dümmel, einer der Vox-Juroren und „Deutschlands bester Verkäufer“ („Hamburger Abendblatt“). Im Gespräch mit HORIZONT Online verrät er, was Gründer beachten sollten.

Ralf Dümmel hat einen Riecher für verkaufsträchtige Produkte, was er seit 1996 als Gesellschafter von DS Produkte unter Beweis stellt. Die Unternehmensgruppe hat über 4000 Artikel aus Bereichen wie Haushalt, Kleinelektro, Reinigung, Outdoor, Beauty und Fitness im Programm und macht einen Jahresumsatz von rund 250 Millionen Euro. Seit Sommer 2016 geht der 50-Jährige in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ auf die Jagd nach interessanten Geschäftsideen.  



Beim Deutschen Medienkongress 2017 ist Dümmel einer der Juroren, die im Rahmen der Startup-Show DHDL@DMK die  Zukunftsfähigkeit und Businessrelevanz der präsentierten Geschäftsideen bewerten. Weitere Juroren sind Philipp Westermeyer, Chef der Online Marketing Rockstars, Axel Menneking vom Telekom-Inkubator Hubraum und Marc Schröder, Geschäftsführer RTL Interactive. 

"Das Wichtigste sind die Gründer hinter einem Produkt"

Herr Dümmel, Sie sind im Sommer als Juror in der „Höhle der Löwen“ eingestiegen. Was hat Sie an dem Format gereizt? Die Sendung hat uns von Beginn an gereizt, denn schließlich gehört es zu unserem täglich Brot, uns mit innovativen Produkten und Ideen auseinanderzusetzen. Somit haben wir die Sendung von der ersten Folge an gesehen und das eine oder andere Mal gedacht, dass wir da perfekt reinpassen würden. Die Verfügbarkeit der dort vorgestellten Produkte im Handel hatte aus unserer Sicht  Verbesserungspotenzial. Am Dienstag im Fernsehen zu sehen und am Mittwoch dann direkt im Handel – diese Aufgabe hat mich gereizt.


Was war bislang die für Sie am meisten beeindruckende Geschäftsidee, die dort vorgestellt wurde? Überzeugt haben mich 23 Ideen und ihre Gründer. Die Produkte sind so unterschiedlich und jedes hat seine eigene Geschichte. Nehmen Sie Karl-Heinz Bilz – seit 40 Jahren Bad- und Sanitärmeister – ein Erfinder, wie er im Buche steht, denn er löst für 40 Millionen Haushalte ein Problem: verstopfte Waschbecken. Aber auch Pia Buck und Daniel Moser – eigentlich Auto-Interieur Designer – erfinden mit Batallion Belette ein geniales Produkt, eine robuste Strumpfhose. Jede Frau, der man von diesem Produkt erzählt, kriegt ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht.

Woran erkennen Sie eine vielversprechende Investition? Das Wichtigste sind die Gründer hinter einem Produkt. Mit ihnen steht und fällt die Investition. Das Produkt muss natürlich einen Markt haben und eine gute Story, die man dazu erzählen kann. Wenn die Kombination aus den drei Punkten stimmt, dann ist es für mich das richtige Investment.

Welche Fehler beobachten Sie bei jungen Gründern am häufigsten? Jeder Fall ist speziell. Junge Unternehmen sollten sich anfangs auf den Grundsatz „weniger ist mehr“ beschränken. So manch einer hat sich ob vieler Artikelnummern schon ganz schön verzettelt. So einen Apparat muss man erst mal stemmen können. Daher empfehle ich Gründern, sich anfangs zu fokussieren und die Prozesse erst richtig zu etablieren. Ansonsten kann man viel Lehrgeld zahlen, besonders bei Produkten, die meist viel Working Capital schlucken, das man vorstrecken können muss.

Sie vermarkten Produkte aus der Show, in die Sie investieren, unter der Marke „Bekannt aus der Höhle der Löwen“ im Handel. Was verkauft sich besonders gut? Können Sie Zahlen nennen? Die Sendung hat einen unheimlich großen Impact. Von der Abfluss-Fee haben wir schon über 800.000 Stück ausgeliefert, und die Nachfrage reißt nicht ab. Die Strumpfhosen von Batallion Belette erfreuen sich großer Beliebtheit, da sind nach der Ausstrahlung direkt 350.000 Stück ausgeliefert worden und wir kommen kaum hinterher mit den Nachlieferungen. Wir haben 1.000.000 My-Chipsbox-Packungen ausgeliefert und sind fast überall ausverkauft. Die Liste können wir so weiterführen.

Sie sind im Hauptberuf Geschäftsführer von DS-Produkte, das den Handel seit Jahrzehnten mit Nonfood-Produkten vom Smoothie-Mixer bis zum Fitness-Gerät beliefert. Was macht DS so erfolgreich? Unser USP ist, dass wir so breit aufgestellt sind und den Mut haben neue Wege zu gehen. Wenn wir etwas beschließen, dann wird nicht geschnackt, sondern gemacht, und das in einer Geschwindigkeit, die man uns so vielleicht nicht zutrauen würde. Das geht nur, weil wir ein super Team haben, das komplett hinter DS Produkte steht.

Gab es Produkte, deren Potenzial Sie völlig überschätzt haben? Können Sie ein Beispiel nennen? Das ist nur ganz vereinzelt passiert. Wenn man bedenkt, dass die Erfolgsquote bei klassischen Investments bei 1:10 liegt, dann sind wir mit 70 bis 80 Prozent Erfolgsquote vorne dabei und klagen, wenn überhaupt, auf hohem Niveau. Grundsätzlich lief wirklich alles wirklich sehr gut. Natürlich muss man jedes Produkt ganz unterschiedlich bewerten. So verkauft man von einem Produkt, wie zum Beispiel My Chipsbox, bei einem Preis von 2,99 Euro, größere Stückzahlen als von der Anti-Schnarchweste Nachtwaechter, die bei einem Verkaufspreis von 69,99 Euro liegt. Letztere benötigt auch noch mal ganz eigene Vertriebswege, zum Beispiel Sanitätshäuser, Schlaflabore und Apotheken.

Deutscher Medienkongress 2017
Der Normalpreis für die Teilnahme beträgt 1299 Euro. Wer sich frühzeitig für eine Anmeldung entscheidet, profitiert von einem reduzierten Preis von 999 Euro (bis 31. Dezember). HORIZONT-Abonnenten erhalten zusätzlich einen Rabatt von 100 Euro auf die Kongressgebühr. Darüber hinaus gibt es bei einer

Anmeldung  ab dem dritten Teilnehmer eines Unternehmens 50 Prozent Rabatt. Die Anmeldung berechtigt gleichzeitig zum kostenfreien Besuch des HORIZONT Award. Veranstalter des Deutschen Medienkongresses 2017 sind HORIZONT und dfv Conference Group.

Jetzt für DHDL@DMK bewerben!

Für Jungunternehmen, die bei DHDL@DMK dabei sein möchten, gibt es ein simples Bewerbungsverfahren. Mitmachen bei der Vorabauswahl können Unternehmen, die

-        Nicht  älter als fünf Jahre sind

-        In maximal fünf Sätzen ihre Geschäftsidee beschreiben können

-        Bis dato von keinem der anwesenden  Juroren beziehungsweise deren Unternehmen eine Finanzierung erhielten.

Bewerbung per Mail mit dem Betreff DHDL@DMK an den HORIZONT-Chefredakteur Volker Schütz (schuetz@horizont.net). 

Der Deutsche Medienkongress 2017 findet am 17. und 18. Januar 2017 in der Alten Oper Frankfurt statt. Top-Manager aus Unternehmen, Agenturen und Medien werden dort die wichtigsten Zukunftstrends der Branche diskutieren. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung ist die Verleihung des HORIZONT Award an die Männer und Frauen des Jahres 2016. Alle Informationen gibt es auf der Website des Deutschen Medienkongresses

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