Deloitte-Studie

Snapchat, Instagram und Co lösen neue Lust am Fotografieren aus

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Fotografieren mit dem Handy erfreut sich hoher Beliebtheit
© Snapchat
Fotografieren mit dem Handy erfreut sich hoher Beliebtheit
Die Smartphone-Kamera erlebt einen zweiten Frühling. Das zumindest geht aus dem aktuellen "Global Mobile Consumer Survey" von Deloitte hervor. Danach nutzen die Befragten die Kamera häufiger als die reine Sprachtelefonie. Sie wird zunehmend von Social-Media-Apps ersetzt.

Die Fotografie erweist sich immer stärker als echtes Killer-Feature. Der Studie zufolge verwenden 63 Prozent der Befragten (2000 Deutsche) ihr Mobiltelefon mindestens einmal in der Woche oder sogar täglich zum Fotografieren. Grund dafür sind vor allem die hohe Qualität der Kameras sowie die Möglichkeit, die Bilder via Facebook, Instagram oder Snapchat zu teilen. Ein Drittel der Deutschen teilt die Bilder wöchentlich oder täglich, bei den jungen Verbrauchern sind es 45 Prozent. Rückläufig sei dagegen die Nutzung der Sprachtelefonie über alle Altersgruppen hinweg. Nur noch 52 Prozent bedienen sich regelmäßig mobiler Sprachdienste – beeinflusst durch die populären Messaging-Angebote sowie Datentarife ohne Voice Flat.


Neue Social Media-Apps wie Instagram und Snapchat sind - wenig überraschend - in der jüngeren Zielgruppe deutlich weiter verbreitet als beim Durchschnitt. Whatsapp führt die Rangliste (siehe unten) bei allen Nutzern und bei den jungen Nutzern an, gefolgt von Facebook und Instagram. Alle diese Dienste gehören zum Zuckerberg-Imperium. "Das Smartphone hat sich vom reinen Kommunikationsendgerät hin zum universellen mobilen Begleiter entwickelt", kommentiert Andreas Gentner, Partner/TMT EMEA Lead bei Deloitte. "Gerade die neue Lust am Fotografieren ist bemerkenswert – hier hat nicht nur die hohe Qualität der Smartphone-Kameras einen Boom ausgelöst, sondern auch die steigende Beliebtheit von WhatsApp, Snapchat, Instagram und Co."

Social-Media-Apps nach Beliebtheit

AppNutzung insgesamtNutzung (18 bis 24 Jahren)
WhatsApp79%87%
Facebook50%70%
Instagram15%41%
Twitter13%24%
Tinder8%15%
Snapchat7%29%
Quelle: Deloitte
Der Hardware-Boom macht der Studie zufolge eine Pause: Der mobile Gerätepark der deutschen Verbraucher ist in diesem Jahr nicht nennenswert gewachsen. Zwar stieg der Absatz von Smartphones um vier Prozentpunkte, in allen anderen Kategorien stagniert er jedoch. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Tablets. Sie scheinen den Zenit ihrer Verbreitung erreicht zu haben. Ein neues Smartphone wollen sich in den nächsten zwölf Monaten immerhin 30 Prozent zulegen. In allen Kategorien seien die entsprechenden Werte gegenüber dem Vorjahr aber klar zurückgegangen.

Interessant für Vermarkter und Werbetreibende: 15 Prozent der Befragten haben auf ihren mobilen Geräten einen Adblocker installiert, weitere 17 Prozent wollen demnächst einen nutzen. Doch laut Deloitte gebe es auch Hoffnung für die Werbeindustrie: 46 Prozent der Befragten möchten weiterhin grundsätzlich auf Adblocker verzichten. ron

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