Deep Learning

Volkswagen geht strategische Partnerschaft mit Nvidia ein

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Seit dem Dieselgate hat das VW-Logo einige Macken
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Seit dem Dieselgate hat das VW-Logo einige Macken
Volkswagen will seine Bemühungen im Bereich Deep Learning ausbauen und kooperiert deshalb ab sofort mit dem Technologieunternehmen Nvidia. Der US-Konzern hatte sich vor vielen Jahren als Grafikkartenhersteller einen Namen gemacht, prescht nun aber mit Hochdruck in den Markt für Künstliche Intelligenz und autonome Fahrzeuge vor.

Die Kooperation zwischen Volkswagen und Nvidia wird vor allem im sogenannten Data Lab des Autobauers in München zum Tragen kommen. Dort entwickeln Spezialisten unter Einsatz von Deep Learning fortgeschrittene KI-Systeme für Unternehmens­prozesse und Mobilitätsservices. Beispielsweise arbeiten die Forscher an neuen Verfahren, mit denen Verkehrsflüsse in Städten optimiert werden können.



„Künstliche Intelligenz ist der Schlüssel für die digitale Zukunft des Volkswagen Konzerns.“
Martin Hofmann
Darüber hinaus hat Volkswagen im Data Lab ein Start-up-Förderprogramm eingerichtet. Das Programm unterstützt technisch und finanziell internationale Jungfirmen, die Anwendungen in den Bereichen maschinelles Lernen und Deep Learning für den Automobil­sektor entwickeln. Gemeinsam mit Nvidia werden ab Herbst zunächst fünf Start-ups in das Förderprogramm aufgenommen.

Zudem starten beide Partner in diesem Jahr ein "Summer of Code"-Camp, in dem top­qualifizierte Studenten mit IT-, Mathematik- oder naturwissen­schaftlicher Qualifikation die Gelegenheit bekommen, in Teams Deep Learning-Methoden zu entwickeln und in einer Robotik-Umgebung einzusetzen. "Künstliche Intelligenz ist der Schlüssel für die digitale Zukunft des Volkswagen Konzerns. Wir wollen leistungsfähige KI-Systeme selbst aufbauen und sinnvoll einsetzen. Deshalb bauen wir unser Expertenwissen auf diesem Gebiet aus", sagt Martin Hofmann, CIO des Volkswagen Konzerns.


Dass der VW-Konzern nach dem Abgas-Skandal nun die Wende mit dem Fokus auf Zukunfsttechnologien einleitet, war zuletzt auf der Automobilmesse in Genf zu beobachten, wo das Unternehmen sein erstes Konzept eines selbstfahrenden Autos präsentierte. Damit wollen die Wolfsburger die Entwicklung von sogenanntem automatisierten Fahren vorantreiben - laut Experten ein künftiger Wachstumsbereich für die Automobilbranche.

Das Konzeptauto soll auf Knopfdruck vollautomatisch vor dem Haus vorfahren und seine Insassen automatisch ans Ziel fahren. Das Fahrzeug, welches auf den Namen "Sedric" getauft wurde (self-driving car), solle die Bedeutung des vollautomatisierten Fahrens in der Zukunftsstrategie des Konzerns unterstreichen, hieß es.

Nvidia hat derweil ebenfalls mit enormem Aufwand eine Transformation angestoßen und prescht mit Hochdruck in den Markt der Künstlichen Intelligenz und autonomen Fahrzeuge vor. CEO Jen-Hsun Huang kündigte etwa an, zusammen mit Audi ein selbstfahrendes Auto bauen zu wollen, das mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet ist und bis 2020 auf den Markt kommen soll. Es ist nicht die erste Allianz eines deutschen Autobauers mit einem Unternehmen aus der Computer-Branche: BMW arbeitet bei der Entwicklung seiner Roboterwagen mit dem Chip-Riesen Intel zusammen.

Zugleich gab Nvidia zu Beginn des Jahres eine Kooperation mit den deutschen Zulieferern Bosch und ZF bekannt, die den vom Grafik-Spezialisten entwickelten Auto-Computer produzieren werden. Die Technologie von Nvidia soll zum einen für das autonome Fahren sorgen. Während der Mensch lenkt, tritt die Software als eine Art Co-Pilot auf und warnt vor potenziellen Gefahren im Verkehr - wenn zum Beispiel ein Radfahrer auf der Fahrbahn schlecht sichtbar ist oder sich ein anderes Fahrzeug im toten Winkel befindet. ron

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