Telekom-Tochter

Motionlogic beliefert Adsquare mit Geo-Daten

Tom Laband, CEO Adsquare
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Tom Laband, CEO Adsquare
Wenn Daten das neue Öl sind – dann sitzen Telekommunikationsfirmen direkt an der Quelle. Längst vermarkten sie Informationen über ihre Kunden an Dritte. So vertreibt etwa die Telekom über ihre Tochter Motionlogic Analysen von Bewegungsströmen, die auf anonymen Signaldaten aus ihrem Mobilfunknetz basieren. Dies weckt Begehrlichkeiten der Werbewirtschaft, vor allem von Mobile-Vermarktern. Hier gibt es nun einen bemerkenswerten Deal.

So wird Motionlogic seine Geo-Daten künftig auch an die Plattform Adsquare liefern. Oder andersherum: Adsquare – Geschäftsmodell: Daten sammeln, aufbereiten und an Mobile-Vermarkter weiterkaufen – erschließt sich mit der Telekom-Tochter einen weitere Quelle. Damit sollen werbungtreibende Unternehmen in Deutschland ihre mobilen App-Kampagnen auf Basis demografischer und geografischer Daten genauer aussteuern können.



Zum Beispiel könnte man etwa für einen Autohersteller auswerten, wo sich Männer einer bestimmten Altersgruppe überproportional häufig aufhalten und gezielt dort Werbung auf die Smartphones schicken. Dies soll nach dem gängigen Credo der Streuverlustminimierung für die Werbungtreibenden effizienter sein, obwohl sie neben dem Medienvermarkter und Adsquare mit Motionlogic dann noch einen dritten Dienstleister mitbezahlen.

Dabei wollen Motionlogic und Adsquare sicherstellen, „dass die Daten nur in anonymisierter und aggregierter Form eingesetzt werden und so kein Rückschluss auf Kunden möglich ist“, heißt es. Die Nutzer würden nicht direkt mit Werbung adressiert. Stattdessen erhielten alle User, die sich in den selektierten Gebieten aufhalten, die gebuchte Werbung in ihre Apps. Seit Herbst vermarktet die Plattform neben selbst aggregierten Daten und denen von Mafo-Instituten auch Kundendaten von Unternehmen für Kampagnen Dritter. Die Telkos dürften hier die ergiebigsten Datenlieferanten sein. Adsquare-Chef Tom Laband freut sich daher nun über „tiefgreifende Insights über Mobilitätsmuster potenzieller Kunden“.


Und bisweilen bestätigt sich dabei so manches Klischee. So sind auf Autobahnen meist mehr Männer als Frauen unterwegs, sagt Motionlogic-Manager Norbert Weber: „In den Einkaufsstraßen der Großstädte ist es meistens umgekehrt.“ rp

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